Behörden vorsichtig optimistisch
Waldbrände teilweise eingedämmt

Am vierten Tag der Waldbrände in Südkalifornien hat die Feuerwehr erste Erfolge erzielt. Rund 15 Prozent der Waldbrände sind unter Kontrolle, hieß es aus Behördenkreisen. Die Meteorologen sprachen vom Abflauen des heißen Santa-Ana-Windes, was die Löscharbeiten vereinfachen soll. Die Lage bleibt aber angespannt.

HB MALIBU. Bei den Waldbränden in Südkalifornien zeichnet sich eine erste Entspannung der Lage ab. Alle fünf Brände im Bezirk Los Angeles konnten nach Angaben der Behörden zur Hälfte eingedämmt werden. Kritisch blieb die Lage jedoch im Bezirk San Diego an der Grenze zu Mexiko. Die heftigen Santa Ana-Winde, die die gewaltige Feuerwalze von Malibu bis zur mexikanischen Grenze nährten, hatten sich am Mittwochabend deutlich abgeschwächt.

Heimatschutzminister Michael Chertoff kündigte an, durch das Abflauen der Winde, könne die Brandbekämpfung aus der Luft verstärkt werden. Der Bürgermeister von San Diego zeigte sich derweil optimistisch. „Das Schlimmste liegt sicher hinter uns“, sagte Jerry Sanders nach Angaben der „Los Angeles Times“. Grund zur Entwarnung gibt es aber noch nicht - Durch den massiven Einsatz von knapp 9000 Feuerwehrleuten und Löschflugzeugen sind nun einige der 18 Großbrände wenigstens zu 15 Prozent eingedämmt.

Um die Feuer möglichst bald vollständig unter Kontrolle zu bringen, erwartet die Feuerwehr in Kalifornien eine verstärkte Unterstützung aus anderen US-Staaten. Der Feuerwehrchef im Bezirk Orange kritisierte, das das Leben seiner Männer gefährdet werde, weil es zu wenig Einsatzkräfte gebe.

Bisher brannten knapp 1500 Häuser ab, weitere 25 000 Gebäude sind immer noch bedroht, teilte der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger mit. Nach ersten Schätzungen haben die Buschbrände Schäden von mehr als einer Milliarde Dollar (710 Millionen Euro) angerichtet. Fast eine Million Menschen sind auf der Flucht. Auch in der Nacht zum Donnerstag haben wieder rund 12 000 Evakuierte im Stadion von San Diego ihr Notlager aufgeschlagen. Viele hofften aber, in den nächsten Tagen wieder in ihre Wohngebiete zurückkehren zu dürfen.

Die Polizei hat unterdessen mehr Personal zur Verhinderung von Plünderungen abgestellt. Zugleich wurde eine Belohnung zur Ergreifung von Brandstiftern ausgesetzt. „Es besteht der Verdacht, dass mindestens einer der Brandherde gelegt wurde“, berichtete der US- Fernsehsender CNN. Im Bezirk San Bernardino wurde in diesem Zusammenhang ein Verdächtiger verhaftet. Ein weiterer Mann wurde nach Angaben der Behörden von Polizisten erschossen, als er zu fliehen versuchte.

Bisher hat das Inferno eine Fläche von mehr als 1700 Quadratkilometer in eine schwarze Wüste verwandelt - eine Fläche doppelt so groß wie Berlin. Mindestens fünf Menschen kamen ums Leben, 70 weitere wurden verletzt.

US-Präsident George W. Bush wird am Donnerstag in der betroffenen Region erwartet, um sich ein Bild der Lage zu verschaffen. Vorab kündigte er an, er werde den Opfern schnelle und unbürokratische Hilfe zukommen lassen. . „Wir sind besorgt um ihre Sicherheit, wir sind besorgt um ihr Eigentum“, sagte Bush nach einer Kabinettssitzung.

Unterdessen hat sich auch der ehemalige US-Vizepräsident und Friedensnobelpreisträger Al Gore zu den Waldbränden geäußert. Gore sagte, der Klimawandel sei hauptverantwortlich für die Feuerkatastrophe. Als Begründung nannte er unter anderem den zu geringen Niederschlag und die über zehn Grad zu hoch liegenden Durchschnittstemperaturen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%