Bei Bordeaux
42 Menschen sterben bei Busunfall in Südwestfrankreich

Ein dramatischer Unfall in Südwestfrankreich hat 42 Menschen das Leben gekostet. Ein Bus stieß rund 40 Kilometer östlich von Bordeaux mit einem Lastwagen zusammen. Nur wenige Insassen konnten sich aus dem brennenden Bus retten.

BordeauxDer grauenhafte Busunfall in einer Weinbauregion in der Nähe von Bordeaux erschüttert Frankreich. Mindestens 42 Menschen verbrannten, als ihr Bus in einer gefährlichen Kurve nahe des Ortes Puisseguin gegen halb acht auf einen Holzlaster prallte, der die von Bäumen gesäumte Landstraße versperrte. Vier Menschen wurden schwer verletzt, vier weitere leichter.

Die kleine Reise, zu der die älteren Menschen erst wenige Minuten zuvor aufgebrochen waren, endete in einem Inferno. Noch Stunden danach transportierten Hubschrauber zum Teil schwer verletzte Überlebende in Krankenhäuser. Es handelt sich um den schwersten Verkehrsunfall in Frankreich seit 33 Jahren. Viele Details des Ablaufs sind auch jetzt noch unklar.

Klar scheint, dass den Busfahrer, der wohl selber starb, keine Schuld trifft. Er konnte dem Lastwagen nicht ausweichen und hat mit seiner Geistesgegenwart mehreren Menschen das Leben gerettet: Angesichts des unvermeidbaren Aufpralls öffnete er die Türen und ermöglichte so einigen Insassen, sich aus dem Wrack zu retten. Die meisten aber blieben in dem Bus gefangen, der sofort in Flammen aufging, und verbrannten bei lebendigem Leib. Die Feuerwehr hatte größte Probleme, den Brand unter Kontrolle zu bringen und Personen aus dem Fahrzeug zu retten. Auf einem Foto ist eine völlig verbrannte Karkasse zu sehen, die von dem Reisebus übrig blieb.

Warum es zur Kollision kam und warum sofort ein solch heftiges Feuer ausbrach, das gehört zu den vielen noch offenen Fragen. Der Präfekt der Gironde wollte sich nicht dazu äußern. Experten führten das Feuer darauf  zurück, dass der Bus gerade erst gestartet war und 300 bis 400 Liter Diesel in den Tanks hatten, die sich entzündeten. Der Fahrer des Lastwagens, der den Unfall verursachte, wurde offenbar getötet.

Die Polizei Innenminister Bernard Cazeneuve flog zum Unfallort, Präsident François Hollande meldete sich aus Athen, wo er einen Besuch absolviert. Auch viele andere Politiker sprachen den Familien der Opfer ihr Beileid aus oder brachten einfach nur ihre Erschütterung zum Ausdruck. Frankreich erinnert sich nun erneut an den Unfall von 1982 in der Nähe von Beaune, bei dem 52 Menschen starben, die meisten von ihnen Kinder, der das Land für lange Zeit traumatisiert hatte.   

Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris
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