Bei der Auswahl von Prüfgeräten nicht auf "Billigkisten" setzen
Qualität der Euro-Fälschungen wächst beängstigend

Die Qualität gefälschter Euro-Geldscheine hat nach Ansicht des Falschgeld-Experten Karlheinz Buchzik beängstigende Ausmaße angenommen. Kein Sicherheitsmerkmal allein ist mehr 100 Prozent fälchungssicher.

HB/dpa WÜSTENROT. „Es gibt heute kein einziges Sicherheitsmerkmal, das für sich allein 100 Prozent fälschungssicher ist“, sagte Buchzik in einem dpa-Gespräch in Wüstenrot in Baden-Württemberg. Nur die Kombination der verschiedenen Sicherheitsmerkmale mache die Euro- Scheine noch relativ sicher. Der frühere Kriminalbeamte Buchzik berät seit 1979 Unternehmen und Banken in Sicherheitsfragen, vor allem im Bereich Geld- und Dokumentenfälschung.

Der Fortschritt in der Computertechnik, vor allem bei Druckern und Scannern, mache es immer einfacher, ausgeklügelte Sicherheitsmerkmale nachzuahmen wie zum Beispiel Farbfussel, die nur unter UV-Licht sichtbar sind. „Früher brauchten Sie dazu einen Drucker, einen Grafiker und einen Lithografen, heute übernimmt das alles der Computer“, sagte Buchzik. Geld fälschen habe sich „vom Spezialistentum in die Breite“ verlagert. Dabei seien die Euro- Scheine mindestens so gut gesichert wie die D-Mark-Scheine.

Händler sollten sich nach Ansicht Buchziks eines der mittlerweile schon ab 150 Euro erhältlichen elektronischen Prüfgeräte anschaffen, die in Sekunden mit hoher Sicherheit Fälschungen erkennen. Er warnte jedoch davor, dabei auf „Billigkisten“ zu setzen, die von manchen Händlern in großer Zahl aus Asien importiert würden. „Das wäre so, als wenn ich an meiner hochwertigen Haustür ein Billigschloss aus dem Baumarkt anbringen würde.“

Auch der Einkäufer an der Supermarktkasse sei den Fälschungen nicht schutzlos ausgeliefert. „Die Leute sind nur überfordert, weil sie sich nicht mit dem Geld befassen“, kritisierte Buchzik. Wer sich kurz in einer der Broschüren informiere, die es in jeder Bank gebe, könne mit bloßem Auge die meisten Fälschungen leicht erkennen. „Den Fälscher, der 100-prozentig alles perfekt nachmacht, möchte ich erst mal sehen“, sagte Buchzik. Dennoch: „Die Zeiten, in denen man von jedem in blindem Vertrauen Geld oder Dokumente annehmen konnte, sind vorbei - wer das tut, ist selber schuld.“

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