Bei Tierschützern stößt das Projekt auf Protest
Spanien mit erstem Lehrstuhl für Stierkampf

Der Stierkampf kommt in Spanien zu akademischen Ehren: An der Universität von Córdoba im Süden des Landes ist der erste Lehrstuhl für „Taurologie“ geschaffen worden

HB CÓRDOBA/MADRID. Ziel des weltweit einmaligen Projektes ist es, Studenten sowie Außenstehenden einen „interdisziplinären“ Einblick in die Welt dieser Jahrhunderte alten Tradition zu geben. „Die Geschichte und die Kultur des Stierkampfes spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Stierzucht oder das Geschäft rund um das Fest“, erklärt Projektbetreuerin Carmen del Río.

Zu den Dozenten werden deshalb Historiker, Philosophen, Veterinärmediziner, Betriebswirte oder Juristen gehören. Als Gastredner sind Züchter, Stierkampf-Impresarios oder die Matadoren selbst vorgesehen. „Es ist ein sehr ehrgeiziges Vorhaben“, räumt Lehrstuhlinhaber Prof. Bartolomé Valle Buenestado ein. Sein Spezialfach ist eigentlich die Geographie, doch seine Liebe zum Stierkampf hat ihn für den Posten qualifiziert. „Wir möchten die Welt der „Toros' aus wissenschaftlicher Sicht bekannt machen.“

Finanziert wird das zunächst auf vier Jahre angelegte Pilotprojekt von der Stadt Córdoba, der Provinzverwaltung, der Universität sowie von den Betreibern der örtlichen Stierkampfarena. Immerhin 42 000 Euro stehen jährlich zur Verfügung. Zwar wird es keinen Abschluss im Fach „Stierkampf“ geben, Studenten anderer Fachbereiche können aber Scheine etwa in Seminaren wie „Der Stierkampf in der Literatur“ erwerben. Diese sollen auch Außenstehenden zugänglich sein. Zudem wird bereits über einen „Master“ oder einen Doktortitel in Taurologie als zusätzliche Qualifikation für Absolventen anderer Fachrichtungen nachgedacht.

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