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Beim Urknall hat es mächtig gesummt

Beim Urknall hat es nicht geknallt, sondern gesummt und gegrummelt. Nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen soll das "Geräusch dem eines großen Düsenjets, der bei Nacht 300 Meter hoch übers Haus fliegt“ ählich gewesen sein.

HB LONDON. Das erklärte der US-Physiker John Cramer von der Universität von Washington in Seattle dem britischen Fachmagazin „New Scientist“ (Nr. 2419, S. 16). Cramer rekonstruierte die gewaltigen Schallwellen und produzierte aus den Daten eine Audio-Datei, die auf jedem PC abspielbar ist.

Der gigantische Klang durchdrang die lodernd heiße Materie, die das Universum kurz nach dem Urknall ausfüllte, und stauchte oder dehnte sie. Auf diese Weise hinterließen die Schallwellen ihren Abdruck in der noch heute sichtbaren Nachglut des Urknall-Feuerballs, der so genannten kosmischen Hintergrundstrahlung.

Cramer nutzte Daten des NASA-Satelliten WMAP (Wilkinson Microwave Anisotropy Probe), der die winzigen Temperaturunterschiede im Urknall-Echo mit zuvor unerreichter Genauigkeit vermessen hat. Aus diesen Variationen las der Physiker die Schallfrequenzen der ersten 760 000 Jahre des Alls ab. Damals hatte der Kosmos einen Durchmesser von 18 Millionen Lichtjahren. Allerdings musste Cramer die Frequenzen um das 100 000 Milliardenfache erhöhen, um das langsam dunkler werdende Summen für menschliche Ohren hörbar zu machen.

Internet: Klang des „Ur-Summens“: www.npl.washington.edu/AV/BigBangSound_2.wav

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