Beliebter Drogenbaron
Mexikaner protestieren gegen Auslieferung von „El Chapo“

Hunderte Mexikaner demonstrieren gegen eine Auslieferung des Drogenbarons „El Chapo“ an die USA. Gerade im Nordwesten des Landes hat er großen Rückhalt in der Bevölkerung. Ihm wurde bereits ein Lied gewidmet.
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CuliacánHunderte Menschen haben im Westen von Mexiko gegen die mögliche Auslieferung des Drogenbosses Joaquín „El Chapo“ Guzmán an die USA demonstriert. In Culiacán, der Hauptstadt im Bundesstaat Sinaloa, gingen am Mittwoch weiß gekleidete Frauen, Kinder und Jugendliche für den mächtigen Kartellchef auf die Straße, wie die Zeitung „El Universal“ berichtete. „Wir wollen keinen weiteren Krieg. Lasst 'El Chapo' frei“, war auf einem Transparent zu lesen. Auf einem weiteren hieß es: „Joaquín Guzmán hat uns Arbeit gegeben, im Gegensatz zu euch, ihr korrupten Politiker.“ In seiner Hochburg im Nordwesten des Landes verfügt das Sinaloa-Kartell über erheblichen Rückhalt in der Bevölkerung.

So wurde dem Drogenbaron nur wenige Tage nach seiner spektakulären Festnahme ein Lied gewidmet. „La captura de El Chapo“ (Die Festnahme von „El Chapo“) ist bereits auf YouTube zu hören und soll in Kürze auf einer CD des Musikers Gonzalo Peña erscheinen. Der Regierung ist ein dicker Fisch ins Netz gegangen, auf fünf Kontinenten war er der Übervater“, heißt es in dem Song.

„Er ist eine bekannte Persönlichkeit und im Moment wird über nichts anderes gesprochen“, sagte Peña am Mittwoch im Interview der Zeitung „La Jornada“. Lieder zu Ehren von bekannten Drogenhändlern - sogenannte „Narcocorridos“ - sind in Mexiko äußerst populär. Oft bestellen die Verbrechesyndikate eigens Lieder für ihre Anführer. Der Sänger Peña hat schon für alle Kartelle des Landes „Narcocorridos“ komponiert. Für ein Lied kassiert er nach eigenen Angaben bis zu 40.000 US-Dollar.

Auch in Guamúchil demonstrierten zahlreiche Menschen gegen eine Überstellung des Chefs des Sinaloa-Kartells in die USA und für einen gerechten Prozess. Dort waren aus Hubschraubern zuvor Flugblätter abgeworfen worden, in denen zu dem Protestmarsch aufgefordert wurde, wie die Zeitung „La Jornada“ berichtete.

In den Vereinigten Staaten sind zahlreiche Verfahren gegen Guzmán anhängig. Sie wollen dem Drogenboss selbst den Prozess machen, bislang haben die US-Behörden aber noch keinen Auslieferungsantrag gestellt. Nach 13 Jahren auf der Flucht war „El Chapo“ am vergangenen Wochenende festgenommen worden. Derzeit befindet er sich im Hochsicherheitsgefängnis Altiplano in der Nähe von Mexiko-Stadt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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