Benedikt XVI. beklagt Priestermangel
Papst: Zu wenige Hirten für die Schäfchen

Tausende Menschen winken Benedikt XVI. zu, doch die katholische Kirche hat ein Nachwuchsproblem: In Deutschland schrumpft die Zahl der Priester, Nonnen und Mönche rapide. Während seines Besuches in Altötting warb der Papst daher um neue „Erntehelfer“.

HB ALTÖTTING „Wir wissen, der Herr sucht Arbeiter für seine Ernte,“ sagte der Papst vor Priesteramtskandidaten und Ordensleuten bei einer Vesper in Altötting. Doch es gebe zu wenige, welche die reiche Ernte einbringen könnten. In Lateinamerika, Afrika und Asien würden die Menschen auf Boten des Evangeliums warten. „Und auch im so genannten Westen, bei uns in Deutschland wie auch in den Weiten Russlands gilt, dass die Ernte groß sein könnte. Aber es fehlen die Menschen, die bereit sind, sich zu Gottes Erntearbeitern zu machen.“

Jahr für Jahr schrumpft die Zahl der Priester in Deutschland, von 1996 bis 2005 sank sie von rund 18 100 auf 15 900. Der Nachwuchs bleibt aus, gerade einmal 210 Männer ließen sich im Jahr 2004 zum Priester weihen. Zwanzig Jahre zuvor waren es fast viermal so viele. Ähnliches gilt für die Zahl der Männer und Frauen in Orden – ihre Zahl sank in den letzten zehn Jahren um ein Drittel auf mittlerweile rund 53 000 ab. Die katholische Kirche hat in Deutschland ein Nachwuchsproblem.

Karriere-Interessen hinten an stellen

Junge Menschen mahnte der Papst, keine Scheu vor der Berufung zu Priestertum oder Ordensleben zu haben. „Fürchte dich nicht, hat der Engel zu Maria gesagt. Fürchte dich nicht, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, sagt er durch den Propheten Jesaja zu uns - zu einem jeden von uns.“

Die geweihten Priester ermunterte Benedikt, immer bei Gott zu bleiben und Karriere-Interessen hinten anzustellen. „Wo Priester das Sein beim Herrn wegen der großen Aufgaben immer kürzer und geringer werden lassen, da verlieren sie bei aller vielleicht heroischen Aktivität am Ende die innere Kraft, die sie trägt. Was sie tun, wird zu leerem Aktivismus.“

Wichtigstes Zeichen der Nähe zu Gott sei die tägliche Messe. „Wenn wir sie wirklich als betende Menschen feiern, unser Wort und unser Tun mit dem uns vorausgehenden Wort und der Gestalt der Eucharistiefeier vereinigen, wenn wir in der Kommunion uns wirklich von ihm umfangen lassen, ihn empfangen ­ dann sind wir bei ihm.“

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