Benzinattacke
Rekord-Schadenersatz in den USA

Ein Zivilgericht in Texas hat einen Mann zu einem Rekord-Schadenersatz von 150 Milliarden Dollar (115 Milliarden Euro) verurteilt, weil er einem Jungen schwere Brandverletzungen zugefügt und damit seinen späteren Tod verursacht haben soll.
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ChicagoDas sagte der Anwalt der Familie des Jungen, Craig Sico, am Mittwoch (Ortszeit). Nach seinen Angaben hofft die Familie nun auf ein Strafverfahren wegen Mordes gegen den Täter.

Don Wilburn Collins soll im Juni 1998 im Alter von 13 Jahren den fünf Jahre jüngeren Robbie Middleton an einen Baum gefesselt, mit Benzin übergossen und dann angezündet haben. Zwei Wochen zuvor war Collins wegen des Vorwurfs der sexuellen Gewalt gegen den kleinen Nachbarsjungen festgenommen, dann aber wieder freigelassen worden. Als er Robbie im Wald alleine antraf, rächte er sich nach Angaben des Anwalts grausam: Der Achtjährige erlitt Verbrennungen an 99 Prozent seines Körpers, konnte sich aber trotz seiner schweren Verletzungen befreien und Hilfe suchen. Allerdings blieb Robbie auch nach fünfmonatigen Haut-Transplantationen zeit seines Lebens grausam entstellt. Ende April starb er an Hautkrebs - laut Anwalt Sico die Folge seiner schweren Verbrennungen.

Die Eltern des toten Jungen erwarten nicht, etwas von dem Schadenersatz zu bekommen. Sie wollen aber mit dem Zivilurteil erreichen, dass Collins auch ein Strafprozess wegen Mordes gemacht wird. Wegen des Angriffs auf Robbie Middleton wurde er nie zur Verantwortung gezogen, unter anderem, weil er zur Tatzeit erst 13 Jahre alt war. Drei Jahre später wurde er dann wegen des sexuellen Angriffs auf einen anderen achtjährigen Jungen zu einer vierjährigen Haft im Jugendgefängnis verurteilt. Derzeit sitzt er wegen anderer Vergehen im Gefängnis, könnte aber nächsten September auf Bewährung freikommen.

Die Geschworenen hätten sich auf den hohen Schadenersatz geeinigt, damit die Botschaft der Familie gehört und Collins ein Strafprozess gemacht werde, sagte Anwalt Sico. Nach seinen Angaben freuen sich Robbies Eltern über das Urteil der Geschworenen. Doch bleibe die Angst, der Peiniger ihres Jungen könne ab September „wieder frei unter uns herumspazieren“ und einen anderen kleinen Jungen angreifen - „sollten die Behörden ihre Arbeit nicht tun“.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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