Benzinpreise
Arbeitsloser zündet eigenen BMW an

Ein 30-jähriger Bayer machte seinem Ärger über die hohen Spritpreise Luft. Er zündete vor dem Frankfurter Messegelände sein eigenes Auto an – mit Benzin. Dazu wollte er eigentlich nach Berlin fahren.

HB FRANKFURT/MAIN. Aus Ärger über die hohen Spritpreise hat ein 30-Jähriger in Frankfurt am Main sein Auto mit Benzin übergossen und angezündet.

Der schwarze 3er-BMW, Baujahr 1995, brannte am Freitagmorgen in einer Grünanlage nahe des Frankfurter Messegeländes komplett aus, wie die Polizei mitteilte.

Der arbeitslose Mann aus Bayern erklärte, sich wegen der hohen Spritpreise kein Auto mehr leisten zu können. Bis die Feuerwehr eintraf, war der Wagen völlig verkohlt.

„Ich bin jetzt seit 35 Jahren hier, aber so was habe ich noch nicht erlebt“, sagte Polizeisprecher Karlheinz Wagner. Auf den Wagen hatte der Mann mit weißer Farbe „Sprit-Wucher“ und „Benzin-Abzocke“ sowie die Adresse einer Internetseite geschrieben.

Wagner sagte, die Staatsanwaltschaft prüfe nun eine Anzeige wegen Verstoßes gegen Umweltgesetze. Als Brandstiftung könne die Aktion offenbar nicht gelten. Allerdings muss der 30-Jährige wohl den Feuerwehreinsatz bezahlen. Den Gesamtschaden schätzte die Polizei auf etwa 10 000 Euro.

Eigentlich habe der Mann seinen Protestbrand in Berlin entzünden wollen, den Weg dort hin nach eigenen Angaben aber nicht gefunden, sagte der Polizeisprecher. Ein psychologisches Gutachten des 30-Jährigen sei aber nicht geplant: „Er scheint völlig intakt zu sein im Oberstübchen.Man könnte ja meinen, er sei völlig bescheuert.“ Bislang war der Benzinpreisaktivist bei der Polizei unbekannt – „ein völlig unbescholtener Bürger“, betonte Wagner. Auch arbeitslos sei der 30-Jährige nach eigenen Angaben erst seit weniger als einem Monat. Im Laufe des Tages soll er wieder auf freien Fuß gesetzt werden.

Auf der genannten Internetseite hieß es, der Aktivist habe seine Arbeit gekündigt, weil ihm 250 Euro Treibstoffkosten pro Monat für täglich 80 Kilometer Entfernung zuviel gewesen seien. Zugleich machte der Autor der Seite die Mineralölsteuer der Bundesregierung für die hohen Benzinpreise verantwortlich.

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