Bergrettung
Teurer Tod in den Alpen

Klettern ist längst ein Breitensport. Dabei häufen sich Unfälle von Bergsteigern oder Wanderern in den Alpen. Immer öfter rufen Urlauber daher die Bergretter zu Hilfe. Das kann richtig teuer werden.
  • 3

Düsseldorf„Das Erlebnis, da oben auf dem Gipfel zu sitzen und die Natur zu genießen – darum geht es mir“, erzählt Lars. Der 24-Jährige ist leidenschaftlicher Freizeitkletterer. Lars ist nicht der einzige, der in den vergangenen Jahren die Berge für sich entdeckt hat. Sportklettern und Wandern sind längst zum Breitensport geworden. Wenn das Smartphone den Alltag diktiert und der Schreibtisch die Stammkneipe ersetzt hat, ist der Ausblick in luftiger Höhe Balsam für den gestressten Geist.

Doch wie vor ist der Bergsport ein gefährliches Hobby, jedes Jahr verzeichnet der Deutsche Alpenverein, kurz DAV, rund 40 tödliche Unfälle seiner Mitglieder in den Alpen. Die Bergwacht Bayern hat im ersten Halbjahr bisher 90 Tote geborgen.

Besonders im August haben sich die Meldungen über verunglückte Wanderer gehäuft: So stürzte jüngst ein 53-Jähriger aus dem Kreis Soest am Bockarkopf bei Oberstdorf 250 Meter in die Tiefe, und eine 72-jährige Hessin verunglückte am Gleitweg.

Die Witterungsbedingungen sind auch in den Sommermonaten manchmal alles andere als ideal für begeisterte Bergsportler. Und dann erhöht sich das Risiko auch da, wo die Route sonst als sicher gilt. Das unterschätzen viele, die auf dem Berg die Erholung suchen.

Das Problem: „Bei einer langen Anreise, ziehen die Leute die Touren auch bei schlechter Wetterlage durch“, sagt der Einsatzleiter der Bergwacht-Ortsstelle Wienerwald-Süd, Claudius Wirnsberger. Dennoch zeigen die Zahlen auch noch etwas anderes: 2013 war laut DAV-Unfallstatistik ein vergleichsweise gutes Jahr.

Kommentare zu " Bergrettung: Teurer Tod in den Alpen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Als Bergsteiger der 70 / 80 Jahre des vergangenen Jahrhunderts kann ich mich heute nur wundern mit welcher Vollkaskomentalität in die Berge gegangen wird ohne sich darauf vernünftig vorzubereiten.
    Wenn dann nichts mehr geht wird mit dem Handy Hilfe gerufen!
    Früher war das der Tod, denn anrufen konnte man nicht, da hat man sich penibel auf die Tour vorbereitet, immer mit dem Wissen das kann die Letzte sein.
    Damals traf man am Berg auch nur überwiegend Gleiche und keine Touris mit Hilfestellungssystemen.
    Deshalb war für mich 1990 Schluß, da waren Leute unterwegs, unverantwortlich.
    Heute müßten alle zur Kasse gebeten ohne wenn und aber, wenn sie versichert sind gut für sie wenn nicht Pech, dann überlegen sie mal das die Berge keine Spielplätze sind sondern ehrfurchtsvolle Natur in unwirtlichen Regionen Europas

  • Einfach dem Verursacher die Rechnung schicken und auch zahlen lassen! Das hebt die Eigenverantwortung statt der Kaskomentalität. Außerdem gibt es ja auch eine Sportversicherung. Der Beitrag hierzu richtet sich nach dem Gefahrenpotential und wirkt dann auch ernüchternd.

  • "Die Allgemeinheit zahlt oft die Kosten",

    das fällt bei der Veruntreuung von Steuergelder durch Politiker (Elbphil., S21, ESM usw) doch wirkklich gar nicht auf. Zudem, Kosten für Rettungseinsätze steigern das Bruttosozialprodukt, du das wollen wir doch alle, oder nicht?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%