Bergwerk
Tote bei Grubenunglück in Slowakei

Bei einem schweren Grubenunglück in der Slowakei sind möglicherweise 20 Bergleute ums Leben gekommen. Bislang wurden sieben Leichen geborgen. Hoffnung auf Überlebende gibt es nicht.

HB BRATISLAVA. Es sei unwahrscheinlich, dass von den 13 weiteren vermissten Bergleuten noch jemand überlebt habe, sagte Wirtschaftsminister Lubomir Jahnatek. Ministerpräsident Robert Fico sprach von einer großen Tragödie. Seine Regierung wollte noch am Dienstag zu einer Sondersitzung zusammenkommen.

Die Arbeiter hatten am Montag versucht, in der Kohlegrube Handlova rund 200 Kilometer nordöstlich von Bratislava ein Feuer zu löschen. Zunächst waren neun Arbeiter in die Grube einfahren, elf weitere folgten als Verstärkung. Dann kam es in 330 Metern Tiefe zu einer Gasexplosion, bei der die Kumpel verschüttet wurden. Ein Kontakt zu ihnen kam nicht mehr zustande. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren noch neun weitere Arbeiter unter Tage, die sich aber nicht in unmittelbarer Nähe aufhielten und nur leicht verletzt wurden.

Die 20 zur Brandbekämpfung ausgerückten Bergleute hätten sich aber in unmittelbarer Nähe des Explosionsortes befunden und keine Überlebenschance gehabt.

Die Explosionsursache war in der Nacht zum Dienstag noch nicht geklärt. Die Firmenleitung widersprach aber früheren Darstellungen, dass Methangasreste explodiert sein könnten. Es wäre aber möglich, dass sich durch den vorherigen Brand Kohlenmonoxid ausgebreitet habe, das in Kombination mit anderen Gasen ebenfalls explosionsfähig sei, erklärte ein Sprecher der Firmenleitung dem TV-Nachrichtensender TA3.

Zahlreiche Familienangehörige der Verschütteten waren schon am Montagmorgen zu der Grube geeilt und hatten bis spät in die Nacht ausgeharrt, um Gewissheit über deren Schicksal zu erhalten. Für sie wurde eine psychologische Betreuung organisiert.

Der selbst zum Unglücksort geeilte Premierminister Robert Fico kündigte für Dienstagvormittag eine außerordentliche Regierungssitzung an, bei der eine offizielle Staatstrauer beschlossen werden soll.

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