Bericht der Staatsanwaltschaft
Loveparade soll rechtswidrig gewesen sein

Die Loveparade in Duisburg, bei der 21 Menschen ums Leben kamen und mehr als 500 verletzt wurden, hätte in dieser Form nie genehmigt werden dürfen. Zu diesem Fazit kommt die Staatsanwaltschaft in einem Zwischenbericht.
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DüsseldorfDie Tragödie von Duisburg ist auf formale Rechtswidrigkeiten zurückzuführen - die Veranstaltung hätte nie genehmigt werden dürfen. Wie die "Rheinische Post" mit Berufung auf den Zwischenbericht der Staatsanwaltschaft Duisburg berichtet, lasse sich die bisherige Darstellung der Stadt Duisburg von einem fehlerfreien Handeln der Stadtverwaltung nicht aufrechterhalten. Das mehr als 400 Seiten umfassende Papier wird bislang noch von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen geheim gehalten.

Die Ermittler werfen demnach unter anderem Mitarbeitern zweier städtischer Ämter vor, ihren Verpflichtungen zur Prüfung des Sicherheitskonzepts und der Einhaltung von Auflagen nicht nachgekommen zu sein, berichtet die Zeitung. Dass es bei der Loveparade zu Toten und Verletzten gekommen sei, sei laut dem staatsanwaltlichen Bericht auch auf das pflichtwidrige Verhalten des Leitenden Polizeidirektors zurückzuführen, der ab dem Mittag für das Einsatzgeschehen verantwortlich gewesen sei.

Der Bericht führt weitere 15 Beschuldigte auf, zum Zeitpunkt der Loveparade seien elf bei der Stadt Duisburg und vier bei Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller beschäftigt gewesen. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland, gegen den ebenso wenig strafrechtlich ermittelt wird wie gegen Schaller, hat für den heutigen Montag eine Erklärung zu seiner „moralischen Verantwortung“ angekündigt.

Am 24. Juli 2010 waren bei einem Massengedränge am Tunnel vor dem Party-Gelände 21 Menschen erdrückt und niedergetrampelt sowie Hunderte verletzt worden. Die juristische Aufarbeitung des Unglücks läuft noch. Gegen 16 Beschuldigte wird wegen fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Tötung ermittelt. Darunter sind zahlreiche städtische Mitarbeiter wegen der Genehmigung der Veranstaltung. Eine Anklage ist aber bisher nicht erhoben worden.

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