Berichte über Hilfslieferungen, die die Opfer nicht erreichen
128 000 Tote in Birma befürchtet

Nach dem verheerenden Zyklon in Birma könnte die Zahl der Todesopfer nach Einschätzung des Roten Kreuzes auf bis zu 128.000 steigen. Bisher war man davon ausgegangen, dass der Zyklon „Nargis“, der am 2. und 3. Mai über Birma hinwegzog, rund 60.000 Tote oder Vermisste in dem südostasiatischen Land hinterließ.

HB RANGUN. Bis zu zwei Millionen Menschen sind teils obdachlos und haben kaum mehr Nahrungsmittel oder Zugang zu frischem Wasser. Hilfslieferungen erreichten die Menschen nur mit Hindernissen und Rettungsmannschaften bahnten sich mühselig ihren Weg zu den am schlimmsten betroffenen Gebieten. „Es ist schrecklich. Die Menschen sind in einer verzweifelten Situation und betteln die Insassen vorbeifahrender Fahrzeuge an“, sagte Gordon Bacon vom Internationalen Rettungskomitee der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch in Rangun. Die von der regierenden Militärjunta nur spärlich ins Land gelassenen Hilfslieferungen können Experten zufolge nur ein Zehntel des Bedarfs abdecken.

Die Militärs bekräftigten gegenüber dem thailändischen Ministerpräsidenten Samak Sundaravej ihre restriktive Politik der Visavergabe an ausländische Helfer. Regierungschef Thein Sein habe darauf bestanden, die Folgen des Zyklos „Nargis“ aus eigener Kraft bewältigen zu können, sagte Samak nach einem Kurzbesuch in Birma. Es gebe keine Seuchen und keine Hungersnot. Birma benötige keine ausländischen Experten, sei aber bereit, Hilfslieferungen anzunehmen, zitierte Samamk seinen Kollegen.

Dagegen warnte die EU vor Nahrungsmittelknappheit. Viele Reisvorräte seien im Wirbelsturm vernichtet worden. Außerdem drohe die Gefahr einer Vergiftung des Trinkwassers, sagte EU-Vertreter Louis Michel in Bangkok. Durch den Zyklon „Nargis“ sind bis zu 100.000 Menschen ums Leben gekommen oder verschwunden.

Erschwert wurden die ohnehin schwierigen Bergungs- und Rettungsarbeiten durch starke Regenfälle. Sie verhinderten eine rasche Verteilung von Lebensmitteln und frischem Trinkwasser. Mangel an Nahrungsmitteln, Wasser und sanitären Einrichtungen bedrohen zunehmend die Gesundheit der Überlebenden. Wenn die Hilfslieferungen ihr Ziel nicht schnell erreichten, drohten Seuchen wie die Cholera, warnte Bacon.

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