27. Mai 2012 

Handelsblatt

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Berlin im Umbruch: Die Hauptstadt der Großbaustellen

Berlin ist in. Immer mehr Menschen aus aller Welt zieht es in die Metropole. Und dort wird ein Neubau nach dem anderen hochgezogen. Hochhäuser, Flughafen, Schloss - die Projekte sorgen auch für Widerstand. Ein Überblick.

  • Der neue Flughafen

    Air Berlin Chef Hartmut Mehdorn (mitte) und Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (rechts) bei einer Pressekonferenz im Rohbau des neuen Flughafens: An der Stadtgrenze im brandenburgischen Schönefeld öffnet im Juni der Hauptstadtflughafen, Deutschlands drittgrößter Airport. 27 Millionen Passagiere können dort pro Jahr abheben. Besonders in Brandenburg und im Südosten der Hauptstadt gibt es Proteste. Dafür bekommt Berlin zwei riesige Freiflächen um seine bisherigen Flughäfen: Tempelhof ist schon zum größten Park der Stadt geworden, die Ränder sollen mit Wohnhäusern bebaut werden. In Tegel soll nach der Schließung ein Industrie- und Forschungsstandort entstehen - bislang reißen sich die Investoren nicht gerade darum.

    Der neue FlughafenAir Berlin Chef Hartmut Mehdorn (mitte) und Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (rechts) bei einer Pressekonferenz im Rohbau des neuen Flughafens: An der Stadtgrenze im brandenburgischen Schönefeld öffnet im Juni der Hauptstadtflughafen, Deutschlands drittgrößter Airport. 27 Millionen Passagiere können dort pro Jahr abheben. Besonders in Brandenburg und im Südosten der Hauptstadt gibt es Proteste. Dafür bekommt Berlin zwei riesige Freiflächen um seine bisherigen Flughäfen: Tempelhof ist schon zum größten Park der Stadt geworden, die Ränder sollen mit Wohnhäusern bebaut werden. In Tegel soll nach der Schließung ein Industrie- und Forschungsstandort entstehen - bislang reißen sich die Investoren nicht gerade darum. Quelle: dapd
  • Hochhäuser im Westen

    Lange war das Hochhaus des Europacenters, nahe Gedächtniskirche und Ku'Damm, mit seinem Mercedes-Stern auf dem Dach so etwas wie ein Wahrzeichen. Nun bekommt es Gesellschaft: 118 Meter ragt in der einstigen Schmuddelecke am Bahnhof Zoo das Zoofenster empor. Ein Luxushotel mit 232 Zimmern wird dort einziehen, das erste Waldorf Astoria-Hotel in Deutschland. Nebenan soll 2012 der Bau des lange geplanten „Atlas-Tower“ mit 120 Metern Höhe starten.

    Hochhäuser im WestenLange war das Hochhaus des Europacenters, nahe Gedächtniskirche und Ku'Damm, mit seinem Mercedes-Stern auf dem Dach so etwas wie ein Wahrzeichen. Nun bekommt es Gesellschaft: 118 Meter ragt in der einstigen Schmuddelecke am Bahnhof Zoo das Zoofenster empor. Ein Luxushotel mit 232 Zimmern wird dort einziehen, das erste Waldorf Astoria-Hotel in Deutschland. Nebenan soll 2012 der Bau des lange geplanten „Atlas-Tower“ mit 120 Metern Höhe starten. Quelle: dpa/picture alliance
  • Hochhäuser im Osten

    Der Alexanderplatz verändert weiter sein Gesicht. Nach der Platzerneuerung folgt ein weiteres Hochhaus. Der Sockelbau steht schon und beherbergt ein Einkaufszentrum. Darauf soll ein 150-Meter-Turm entstehen mit bis zu 400 Wohnungen.

    Hochhäuser im OstenDer Alexanderplatz verändert weiter sein Gesicht. Nach der Platzerneuerung folgt ein weiteres Hochhaus. Der Sockelbau steht schon und beherbergt ein Einkaufszentrum. Darauf soll ein 150-Meter-Turm entstehen mit bis zu 400 Wohnungen. Quelle: dpa
  • Bundesnachrichtendienst

    Die neue Zentrale des Geheimdienstes ist das größte Bauprojekt des Bundes seit der Wiedervereinigung. Gut 811 Millionen Euro werden in drei Komplexen verbaut: Hauptgebäude, Technik- und Logistikzentrale sowie Ausbildungsstätte mit Internat und Besucherzentrum. Seit 2006 wächst der gewaltige Bau mit etwa 260.000 Quadratmetern Grundfläche unweit des Regierungsviertels empor. 2015 sollen die 4000 Mitarbeiter dort ihre Arbeit aufnehmen

    BundesnachrichtendienstDie neue Zentrale des Geheimdienstes ist das größte Bauprojekt des Bundes seit der Wiedervereinigung. Gut 811 Millionen Euro werden in drei Komplexen verbaut: Hauptgebäude, Technik- und Logistikzentrale sowie Ausbildungsstätte mit Internat und Besucherzentrum. Seit 2006 wächst der gewaltige Bau mit etwa 260.000 Quadratmetern Grundfläche unweit des Regierungsviertels empor. 2015 sollen die 4000 Mitarbeiter dort ihre Arbeit aufnehmen Quelle: dpa
  • Staatsbibliothek

    Derzeit ist sie die größte Kulturbaustelle des Bundes: Die Zentrale der Staatsbibliothek Unter den Linden wird seit 2005 für 365 Millionen Euro saniert. Der wilhelminische Bau mit war im Krieg zum Teil zerstört worden. Nun wächst die Nutzfläche auf 65.000 Quadratmeter. Unter anderem wird ein eindrucksvoller Glaskubus als neuer Lesesaal hinzugefügt. 2012 soll er eröffnet werden.

    StaatsbibliothekDerzeit ist sie die größte Kulturbaustelle des Bundes: Die Zentrale der Staatsbibliothek Unter den Linden wird seit 2005 für 365 Millionen Euro saniert. Der wilhelminische Bau mit war im Krieg zum Teil zerstört worden. Nun wächst die Nutzfläche auf 65.000 Quadratmeter. Unter anderem wird ein eindrucksvoller Glaskubus als neuer Lesesaal hinzugefügt. 2012 soll er eröffnet werden. Quelle: picture-alliance
  • Rund um den Hauptbahnhof

    Lange stand der neue Hauptbahnhof recht verlassen zwischen Kanzleramt und Moabit. Seit Oktober ist am Vorplatz ein InterCity-Hotel im Bau. Auf der Rückseite ist der 69 Meter hohe Rohbau der künftigen Deutschland-Zentrale des Ölkonzerns Total weithin sichtbar - als erstes Gebäude der 40 Hektar großen geplanten Europacity. In Sichtweite baut der Bund am Spreebogen neue Bürokomplexe für die Ministerien Bildung und Inneres.

    Rund um den HauptbahnhofLange stand der neue Hauptbahnhof recht verlassen zwischen Kanzleramt und Moabit. Seit Oktober ist am Vorplatz ein InterCity-Hotel im Bau. Auf der Rückseite ist der 69 Meter hohe Rohbau der künftigen Deutschland-Zentrale des Ölkonzerns Total weithin sichtbar - als erstes Gebäude der 40 Hektar großen geplanten Europacity. In Sichtweite baut der Bund am Spreebogen neue Bürokomplexe für die Ministerien Bildung und Inneres. Quelle: dpa
  • Das Schloss

    Es gilt als größtes deutsches Kulturprojekt dieses Jahrhundertes. Eigentlich sollten sich an der Museumsinsel schon die Kräne drehen, doch die Bundesregierung hat den Baubeginn des Humboldt-Forums mit seinem Sparpaket auf 2014 verschoben. Dann entsteht für 590 Millionen Euro ein wuchtiger Neubau, äußerlich weitgehend in der Gestalt des früheren Hohenzollern-Schlosses. Hauptnutzer der mehr als 40.000 Quadratmeter: die Staatsbibliothek, die Humboldt-Universität und die Preußenstiftung, die dort ihre hochkarätige Sammlung außereuropäischer Kunst zeigen will.

    Das SchlossEs gilt als größtes deutsches Kulturprojekt dieses Jahrhundertes. Eigentlich sollten sich an der Museumsinsel schon die Kräne drehen, doch die Bundesregierung hat den Baubeginn des Humboldt-Forums mit seinem Sparpaket auf 2014 verschoben. Dann entsteht für 590 Millionen Euro ein wuchtiger Neubau, äußerlich weitgehend in der Gestalt des früheren Hohenzollern-Schlosses. Hauptnutzer der mehr als 40.000 Quadratmeter: die Staatsbibliothek, die Humboldt-Universität und die Preußenstiftung, die dort ihre hochkarätige Sammlung außereuropäischer Kunst zeigen will. Quelle: dapd
  • Mediaspree

    Das Spreeufer zwischen Friedrichshain und Kreuzberg ist hartumkämpft. Regelmäßig gibt es Demonstrationen gegen seine Bebauung. Wo Touristen die East-Side-Gallery als längstes erhaltenes Stück der Berliner Mauer bestaunen, entstehen neue Bürokomplexe und Wohnungen. Die Mehrzweckhalle o2-World mit bis zu 17.000 Plätzen ist der größte Vorbote des neuen Mediaspree-Viertels. Im Bau ist auch die neue Mercedes-Benz-Vertriebszentrale mit Platz für 1200 Beschäftigte.

    MediaspreeDas Spreeufer zwischen Friedrichshain und Kreuzberg ist hartumkämpft. Regelmäßig gibt es Demonstrationen gegen seine Bebauung. Wo Touristen die East-Side-Gallery als längstes erhaltenes Stück der Berliner Mauer bestaunen, entstehen neue Bürokomplexe und Wohnungen. Die Mehrzweckhalle o2-World mit bis zu 17.000 Plätzen ist der größte Vorbote des neuen Mediaspree-Viertels. Im Bau ist auch die neue Mercedes-Benz-Vertriebszentrale mit Platz für 1200 Beschäftigte. Quelle: dpa/picture alliance
  • Neue U-Bahn und neuer Bahnhof

    Eine Baugrube klafft vor dem Roten Rathaus, an der Spree entsteht ein neuer kleiner Hafen - Vorboten der neuen U-Bahn-Linie 5. Sie soll ab 2017 den Alexanderplatz mit dem Brandenburger Tor verbinden. Von 2012 an soll eine Tunnelbohrmaschine 2,2 Kilometer weit durch den Boden dringen. Kosten: 433 Millionen Euro. Derweil nimmt im Ost-Stadtteil Friedrichshain ein neuer Kreuzungsbahnhof Gestalt an. Am Ostkreuz, wo sich S-Bahn- und Regionalbahn-Linien kreuzen, steht schon eine neue Halle. Bis 2016 wird es eine Baustelle bleiben.

    Neue U-Bahn und neuer BahnhofEine Baugrube klafft vor dem Roten Rathaus, an der Spree entsteht ein neuer kleiner Hafen - Vorboten der neuen U-Bahn-Linie 5. Sie soll ab 2017 den Alexanderplatz mit dem Brandenburger Tor verbinden. Von 2012 an soll eine Tunnelbohrmaschine 2,2 Kilometer weit durch den Boden dringen. Kosten: 433 Millionen Euro. Derweil nimmt im Ost-Stadtteil Friedrichshain ein neuer Kreuzungsbahnhof Gestalt an. Am Ostkreuz, wo sich S-Bahn- und Regionalbahn-Linien kreuzen, steht schon eine neue Halle. Bis 2016 wird es eine Baustelle bleiben. Quelle: AP