Berlin
Mehrere Verletzte bei S-Bahn-Entgleisung

Schock für Reisende am Dienstagmittag in Berlin: Kurz hinter dem S-Bahnhof Tegel ist ein Zug in fast vollständig entgleist. Es gab mehrere Verletzte. Auch der materielle Schaden ist erheblich. Die Ursache ist unklar.
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BerlinDer junge Rettungsassistent ist die Ruhe in Person. Daniel Lange hat eine Rollstuhlfahrerin aus dem halb umgestürzten S-Bahn-Wagen nahe dem Berliner S-Bahnhof Tegel geholt. „Wir haben versucht, beruhigend auf die Leute einzureden“, sagt Lange nüchtern.

Die am Dienstag entgleiste Unglücks-S-Bahn sieht aus wie eine verdrehte Ziehharmonika: Die gelb-roten Wagen sind kurz hinter einer Weiche auf unterschiedlichen Gleisen gelandet, ein Teil hängt verkeilt und schief dazwischen. Gelbe Plastikteile von Abdeckungen der Stromschiene liegen herum. Sie sind offensichtlich beim Entgleisen des Zuges der Line S 25 abgeflogen.

Erfahrene Einsatzkräfte sind froh, dass der Unfall bei der von Pleiten, Pech und Pannen geplagten S-Bahn relativ glimpflich abging. Der Zugführer steht unter Schock, fünf weitere Verletzte werden in Krankenhäuser gebracht.

Der Zug war nicht voll besetzt. „Wir haben Glück gehabt“, sagt Feuerwehrmann Rolf Erbe. Es hätte weit schlimmer enden können. Als der Alarmruf um 11.43 Uhr eingeht, schickt die Feuerwehr ein Großaufgebot mit schwerem Gerät los. Sie richtet sich darauf ein, viele Verletzte versorgen zu müssen. „Das brauchen wir jetzt alles gar nicht“, sagt Erbe später.

Für die Rollstuhlfahrerin und einen zweiten Behinderten bauen die Einsatzkräfte schnell eine Rampe, damit sie aus dem defekten Zug rauskönnen, der Richtung Hennigsdorf im Norden Berlins unterwegs war. „Hätte die Frau an der anderen Tür gesessen, wäre sie einmal durch den Wagen gepurzelt“, sagt Sanitäter Lange.

„Es gab keine Panik“, meint der Helfer mit dem Kurzhaarschnitt. „Die Leute waren teilweise erschrocken, ein bisschen erschöpft nachher.“ Rund 50 unverletzte Fahrgäste werden zu einem Parkplatz nahe einem Supermarkt neben der S-Bahn-Strecke in Sicherheit gebracht. Als die Presse eintrifft, sind sie schon wieder weg.

In dem Drahtzaun, der den Discounter von der Strecke trennt, klafft eine mit Flatterband provisorisch versperrte Lücke. „Wir haben uns ein Loch mit dem Bolzenschneider in den Zaun geschnitten“, berichtet Lange, der als einer der ersten am Unglücksort eintraf.

Feuerwehrmänner haben ausgelaufenes Öl abgedeckt. Bundespolizisten mit Klemmbrettern und Aktenordnern laufen zwischen den Schienen umher. Auch ein Hubschrauber wurde angefordert, der aus der Luft die Unglücksstelle vermessen soll.

Ob die Weiche defekt oder vielleicht falsch gestellt war, ob ein Blitzeinschlag etwas mit dem Unfall zu tun hat - nach der Ursache wird noch gesucht. Oder war es ein Anschlag militanter Bahngegner? Dazu gebe es keine Erkenntnisse, heißt es bei der Bundespolizei. Im Vorjahr waren über Wochen immer wieder Brandsätze an Berliner Bahngleisen entdeckt worden. Die Täter sind bis heute nicht gefasst.

Doch kaum ist die erste Aufregung abgeebbt, hagelt es schon wieder Spott und Häme. „Gibt es etwas, was in Berlin nicht schief läuft?“, twittert eine Frau.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ob da wieder mal einer der vier Hauptfeinde der Berliner S-Bahn seine Finger im Spiel hat - als da sind:
    Frühling
    Sommer
    Herbst
    Winter???????

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