Berlin-Verkehr
Die Bahn kommt – bis auf weiteres später

Die Flut in Ostdeutschland hat bleibende Schäden hinterlassen – auch auf den Schienen. Zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet und nach Frankfurt müssen Reisende noch monatelang mit deutlich längeren Fahrzeiten rechnen.
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Berlin/Stendal/LeipzigBahnkunden müssen sich auf wichtigen Fernstrecken von und nach Berlin noch monatelang auf längere Fahrzeiten einstellen. Nach dem Hochwasser an der Elbe bleibt ein fünf Kilometer Abschnitt zwischen Stendal in Sachsen-Anhalt und Rathenow in Brandenburg „bis auf weiteres“ gesperrt, wie die Bahn am Dienstag mitteilte. Wegen der Umleitungen brauchen die Züge aus dem Ruhrgebiet rund eine Stunde länger bis nach Berlin. Auf der Strecke Frankfurt-Berlin verlängert sich die Fahrzeit um 30 bis 60 Minuten.

Der aktuelle Sonder-Fahrplan wird bis Ende Juli verlängert, danach tritt eine überarbeitete Fassung davon in Kraft. Wann die Züge wieder komplett normal fahren können, ist demnach noch vollkommen unklar. Der aktuelle Sonder-Fahrplan, der eigentlich nur bis zum 19. Juli gelten sollte, wird nun bis zum 29. Juli verlängert. Ab 29. Juli gilt dann „bis auf weiteres“ ein neuer Fahrplan. Die genauen Fahrzeiten sind ab 19. Juli abrufbar, dann können Kunden auch Tickets für die Verbindungen kaufen.

Dieser sieht vor, dass Züge von Berlin nach Frankfurt entweder über Wittenberge, Stendal, Wolfsburg und Braunschweig oder über Erfurt umgeleitet werden. Die Züge über Erfurt sind eine halbe Stunde länger unterwegs als normal, die Fahrzeit der Verbindung über Braunschweig verlängert sich um eine Stunde. Hannover wird auf beiden Linien nicht angefahren. Wie lange die Verbindung gesperrt bleibt, ist unklar. Die Zeitung „Die Welt“ berichtete, die Sperrung solle voraussichtlich bis Dezember dauern.

Züge von Berlin ins Ruhrgebiet werden über Magdeburg und Braunschweig nach Hannover umgeleitet. Auch hier verlängert sich die Fahrzeit um etwa eine Stunde. Die Züge der Linie Berlin-Amsterdam fahren nur einmal täglich zwischen Berlin und Hannover; die anderen beiden Verbindungen auf dieser Strecke beginnen oder enden in Hannover. Wer schon eine Fahrkarte für Züge zwischen dem 19. und 29. Juli oder für die Zeit danach gekauft hat, deren Fahrzeiten sich nun ändern, kann diese laut Bahn auf Wunsch kostenlos umtauschen.

Im Gleisbett zwischen Berlin und Hannover steht nach Angaben einer Bahnsprecherin immer noch Wasser. Die Schäden könnten erst behoben werden, wenn die Anlagen trocken seien. Die Strecke werde aber definitiv repariert. Die ICE-Züge zwischen Berlin und Hannover fahren seit dem Hochwasser Anfang Juni über Magdeburg und Braunschweig. Reisende müssen mit einer längeren Fahrzeit von 60 bis 70 Minuten rechnen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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