Berlinale
Ian McKellen erhält den Goldenen Ehrenbären

Spät kam der Weltruhm für den 66-Jährigen - dafür jedoch dann umso gewaltiger. Auf der Berlinale erhält der britische Charakterdarsteller Ian McKellen dafür den ersten der beiden Goldenen Ehrenbären.

HB BERLIN. Zu später Stunde, erst um 23 Uhr, wird er am Samstag verliehen. Aber das passt gut zu dem Mann, der am 25. Mai 67 Jahre alt wird und in seiner britischen Heimat als würdiger Nachfolger des großen Laurence Olivier gilt. Als renommierter Shakespeare-Mime ist er schon lange bekannt, doch der Weltruhm kam erst durch seine Mitwirkung in den Kinohits „X-Men“ und der Trilogie „Herr der Ringe“.

Spät, nämlich im reifen Alter von 49 Jahren, bekannte sich McKellen zu seiner Homosexualität. Vielleicht deshalb hatte der Brite aus dem nordenglischen Burnley seinen faszinierendsten Leinwandauftritt als schwuler „Frankenstein“-Regisseur in dem Drama „Gods and Monsters“, für das er 1998 eine hochverdiente Oscar-Nominierung und eine Flut anderer Auszeichnungen erhielt. Doch das war ein Film für anspruchsvolle Cineasten, in Deutschland hatte „Gods und Monsters“ nur bei den Kritikern begeisterte Resonanz.

Erst als Bösewicht in der Comic-Verfilmung „X-Men“, die 1999 und 2003 in die Kinos kam, sowie als „Gandalf der Graue“ in den drei Folgen des weltweiten Kassenschlager „Der Herr der Ringe“ von 2001 bis 2003 wurde der Name Ian McKellen auch dem breiten Publikum ein Begriff. In seiner Heimat auf der Insel ist das schon lange ganz anders, dort genießt der Vegetarier und Homosexuellen-Aktivist größtes Ansehen als Star der Londoner Bühnen.

Für seine Verdienste um das Theater wurde McKellen 1991 von Queen Elizabeth zum Ritter geschlagen. Die Berlinale ehrt mit ihm einen Darsteller, von dem ein Kritiker schrieb: „Sein Metier sind die Schurken und Künstler, deren Glück und Unglück es ist, dass sie, anders als ihre Umwelt, wissen, was gespielt wird.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%