Berliner Charité prüft Vorfall
Patient drei Tage im Lift eingesperrt

Das Berliner Krankenhaus Charité hat für die Tortur eines Patienten, der drei Tage lang unentdeckt in einem defekten Klinikfahrstuhl feststeckte, noch keine eindeutige Erklärung gefunden.

HB BERLIN. Der Vorfall werde weiter gründlich überprüft, ein Bericht aller betroffenen Abteilungen liege voraussichtlich Ende der Woche vor, sagte Kliniksprecherin Kerstin Endele am Mittwoch. Unterdessen prüft die Amtsanwaltschaft in Zusammenarbeit mit der Polizei, ob ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet wird, sagte ein Polizeisprecher.

Der 68-jährige Patient hatte im Klinikum Benjamin Franklin von Freitagabend an mit seinem Rollstuhl drei Tage und Nächte in dem Lift festgesteckt. Auch eine Suchaktion der Polizei war am Samstag erfolglos geblieben. Erst am Montagabend hörten Klinikmitarbeiter die leisen Hilferufe des Patienten und befreiten ihn. Trotz der Tortur war der 68-jährige Bewohner eines Seniorenheims ansprechbar. Er liegt für weitere Untersuchungen in der Klinik. Ursprünglich war er für eine Augenuntersuchung ins Krankenhaus gekommen.

Dass der Aufzug drei Tage lang feststeckte, fiel im Krankenhaus nicht auf. Der Lift ist einer von mehreren, die nebeneinander in die Höhe und Tiefe fahren. Weder das Personal noch Patienten, Besucher oder Techniker bemerkten bis Montagabend den Defekt. Unklar ist noch, warum der Patient den Alarmknopf nicht drückte. Die Notruf-Taste hat nach Angaben der Klinik funktioniert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%