Bernie Ecclestone
„Hey bank? I need 100 million dollar“

Wie kann er sich das leisten? Bernie Ecclestone zahlt 100 Millionen Dollar Strafe – innerhalb einer Woche. Wie schafft es der Formel-1-Boss, die Summe in der kurzen Zeit aufzubringen? Muss die Ex-Frau aushelfen?
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DüsseldorfAuf einem Konto bei der Bayern LB dürften in den kommenden Tagen fast 75 Millionen Euro eingehen, unter der Bankleitzahl 700 500 00, Kontonummer 3024919, eingezahlt von Bernie Ecclestone. Es ist die Summe, die der Formel-1-Boss zahlt, um ein Strafverfahren zu beenden.

Dass Ecclestone das Geld ausgerechnet an die Bank überweist, deren Mitarbeiter er bestochen haben soll, ist in dem ganzen Fall nur eine Randnotiz, wenn auch nicht ohne Ironie. Kontoinhaber ist in diesem Fall allerdings die Landesjustizkasse des Freistaates Bayern. Sie nimmt die Einzahlung sämtlicher Geldstrafen und -auflagen entgegen, die von bayerischen Gerichte angeordnet werden.

Das Landgericht München I war am Dienstag dem Vorschlag von Verteidigung und Staatsanwaltschaft gefolgt, das Verfahren gegen Ecclestone gegen Zahlung der 100 Millionen Dollar (umgerechnet 74,5 Millionen Euro) einzustellen. Der Verdacht der Bestechung habe sich in wesentlichen Teilen nicht erhärtet, erklärte das Gericht. Es habe große Zweifel an einer Verurteilung gegeben.

Ecclestone war angeklagt worden, weil er dem früheren Finanzvorstand der Bayerischen Landesbank, Gerhard Gribkowsky, 44 Millionen Dollar gezahlt hatte. Im Gegenzug sollte dieser dabei helfen, dass die Bank ihre Anteile an der Formel 1 einem Ecclestone wohlgesonnenen Investor verkauft. Gribkowsky war deswegen selbst zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Ecclestone kommt ohne Strafe davon.

Über diese moderne Form des „Ablasshandels“ ist viel geschrieben worden. Die Kritiker schimpfen, es könne nicht sein, dass man sich von einer Strafe freikaufen könne. Unter anderem hat die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheuser-Schnarrenberger ihren Unmut bekundet. Das Urteil sei „verheerend für unseren Rechtsstaat“, kritisierte die FDP-Politikerin.

Ecclestone selbst sieht das etwas anders: „So laufen die Dinge nun mal in Deutschland“, sagte der 83-Jährige in der „Bild Zeitung“. „Es ist sicher ein wenig unglücklich, so viel Geld zu bezahlen. Aber noch unglücklicher ist es, das Geld nicht zu haben. Aber eigentlich finde ich dieses kapitalistische System gut.“

Bei alledem ist eine Frage bislang fast untergegangen: Wie viel Vermögen besitzt Ecclestone überhaupt? Und wie schafft er es, innerhalb kurzer Zeit die geforderte Summe zusammenzutragen?

Kommentare zu " Bernie Ecclestone: „Hey bank? I need 100 million dollar“"

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  • Auch wenn es der Meute nicht gefällt, as Urteil wurde aufgrund gültigen Rechts gefällt.

    http://www.anwalt.de/rechtstipps/einstellung-im-fall-ecclestone-ausnahme-oder-regel_061314.html?pid=26

    Vielleicht geht das doch langsam in die verbohrten Köpfe.
    Wem das nicht passt, der muss für eine Änderung sorgen.
    Euer Nachbar wird sich dann bedanken, wenn er statt einer Geldstrafe zu bezahlen in den Knast muss. Und wir alle werden uns dann auch bedanken, weil die Kosten für den geschlossenen Strafvollzug ins Unermessliche steigen.

    Cool down - packt die Stricke und Fackeln wieder ein.

  • Unser BundesjustizministER heißt übrigens mittlerweile Heiko Maas und ist SPD-Mitglied.

  • :-))

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