Besondere Schwere der Schuld festgestellt
Mörder von Tom und Sonja zu Höchststrafen verurteilt

Im Prozess um den Mord an Tom und Sonja ist am Montag das Urteil verkündet worden: Das Aachener Schwurgericht verurteilte die Kinderschänder Markus Wirtz und Markus Lewendel wegen Doppelmordes, Freiheitsberaubung mit Todesfolge und sexuellen Missbrauchs von Kindern zu lebenslangen Haftstrafen.

HB AACHEN. Bei der Verkündung der lebenslangen Haftstrafen stellte der Vorsitzende Richter die besondere Schwere der Schuld von Lewendel (34) und Wirtz (28) fest. Damit wird eine frühzeitige Haftentlassung auf Bewährung nach 15 Jahren ausgeschlossen.

Lewendel und Wirtz hatten die Geschwister Tom (11) und Sonja (9) aus Eschweiler Ende März auf einem Zechengelände in der Nähe ihres Elternhauses entführt. Die Täter hatten geplant, das Mädchen über Wochen oder gar Monate sexuell zu missbrauchen. Ihren Bruder erwürgten sie auf einem Parkplatz. Danach setzten sie in ihren Wohnungen die Vergewaltigung Sonjas fort, die sie dann entgegen ihrem ursprünglichen Plan einen Tag später ebenfalls erwürgten.

Gutachter bestätigten die Geständnisse der Kinderschänder, wonach Tom und Sonja einen langen, qualvollen Todeskampf hatten. Die Täter seien nicht psychisch krank oder gestört, stellten psychiatrische Gutachten fest.

Richter Nohl betonte die Ausnahmestellung des Prozesses: „Ich habe bislang in keinem Verfahren, an dem ich beteiligt war, etwas Kaltherzigeres, Grausameres, Menschenverachtenderes und Unbegreiflicheres gehört oder gesehen, als in diesem Verfahren.“ Wegen der Forderung an Stammtischen, im Bus und auf der Straße nach drastischen Strafen habe er bis zur Urteilsbegründung überlegt, ob er das Urteil „im Namen des Volkes“ verkünden solle. „Ich habe es getan in der Hoffnung, dass die Mehrheit unser Urteil versteht“, sagte er.

Er gehe davon aus, „dass das, was die Täter in den folgenden Jahren erwartet, schlimmer sein wird als der Tod“. Lewendel und Wirtz stünden als Kindermörder im Gefängnis auf der untersten Stufe. „Sie werden sich lange Zeit im Gefängnis gefahrlos nicht bewegen können“, sagte Nohl. In seiner Urteilsbegründung verzichtete er auf eine Darstellung des Tathergangs. In dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft sei alles gesagt worden.

„Sie haben etwas ganz Furchtbares getan, für das es Vergeben nicht gibt“, sagte Richter Nohl. Wirtz und Lewendel nahmen ihr Urteil mit versteinerten Mienen auf. Ihre Anwälte ließen offen, ob sie Revision einlegen werden. Die Anwälte der Eltern von Tom und Sonja begrüßten als Vertreter der Nebenklage das Urteil. Ihre Forderung, die Sicherungsverwahrung nach Ende der Haft anzuordnen, wurde nicht erfüllt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%