Bestechungsskandal in Uniklinik Organe gegen Geld

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Thema Organspende mit Glaubwürdigkeit verbunden

Nach Ansicht von Wirtschaftsvorstand Sebastian Freytag geht es bei der Aufarbeitung aber nicht nur um mögliche aktive Mittäter. "Es geht auch darum, wer trug Mitverantwortung, wer hätte genauer hingucken müssen." Die Göttinger Universitätsmedizin habe bereits jetzt weitreichende Konsequenzen aus den Vorfällen gezogen, fügte Freytag hinzu. Die Transplantationsabteilung sei ganz neu strukturiert worden. "Wir haben das so ausgerichtet, dass eine Wiederholung undenkbar ist", sagte Freytag. "Die Warteliste ist jetzt wasserdicht."

Bahr betonte, die Bereitschaft zur Organspende werde durch solche Vorgänge erschüttert. Erst vor wenigen Wochen hatte der Bundestag ein Gesetz verabschiedet, das die Bereitschaft der Deutschen zur Organspende steigern soll.

Bisher war die Organspende in der öffentlichen Meinung positiv besetzt - hier eine Nierentransplantation in Jena. Quelle: dpa

Bisher war die Organspende in der öffentlichen Meinung positiv besetzt - hier eine Nierentransplantation in Jena.

(Foto: dpa)

Niedersachsens Gesundheitsministerin Aygül Özkan (CDU) sagte, "sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre das sehr schlimm". Das Thema Organspende sei untrennbar mit Glaubwürdigkeit und Transparenz verbunden. "Wir brauchen in den Richtlinien der Bundesärztekammer für die Wartelistenführung und Organvermittlung noch intensivere Kontrollmechanismen, um zu verhindern, dass Einzelne mit krimineller Energie die Regelungen umgehen", sagte sie.

"Es scheint, dass es mit einem erschreckend simplen Trick im Göttinger Universitätsklinikum gelungen ist, das komplette Organspendesystem ad absurdum zu führen", sagte der Vorstand der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung, Eugen Brysch. Die Vorfälle zeigten, dass die privaten Akteure im Transplantationssystem mit der Organentnahme und Organverteilung überfordert seien.

Die Deutsche Transplantationsgesellschaft reagierte "bestürzt" auf die neuen Manipulationsvorwürfe. Der Vorstand habe beschlossen, dass sich die deutschen Lebertransplantationszentren künftig freiwillig unangekündigten Kontrollen unterziehen sollten.

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3 Kommentare zu "Bestechungsskandal in Uniklinik: Organe gegen Geld"

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  • Unglaublich ist an diesen Vorfällen gar nichts. In dieser Republik, wo der kleine Mann immer nur draufzahlt und die neoliberalen Täterschichten vor nichts und wieder nichts zurückschrecken, liegt es doch auf der Hand, dass das Gesetz zur Organspende mit seinen angeblich so fairen Regelungen nur ein Papiertiger ist, und in Wirklichkeit die Reichen und Mächtigen bei der Organvergabe -wie bei allem anderem auch- bevorzugt werden. Es hatte schon seine Gründe, warum ich mich an dieser Stelle schon bei früheren Gelegenheiten kritisch zur Organspende geäußert und Fairness bei der Organentnahme und Organvergabe bezweifelt habe. Unser System ist eben noch nur noch die Hure der Reichen und Mächtigen. Niemand sollte sich deshalb von Personen wie dem selbstherrlich und besserwisserisch veranlagtem Leserbriefschreiber Ockams Rasiermesser blenden lassen: Ob nun bei Euro, Lohndrückerei oder Organspende, die Armen und einkommensmäßigen Durchschnittsbürger sind nur noch als Kanonenfutter für degenerierte Pseudoeliten wie Eurokraten, Millionäre, Bänker und höhere Politiker vorgesehen. Unsere Pseudodemokratie ist wirklich nur noch zum Kotzen.

  • Warum sollten Kassenpatienten Organe spenden ?
    Die gesetzliche Versicherten stehen schon heute hinter Privatpatienten an, wenn es um wichtigste lebensverlängernde Behandlungen geht (z.B. Strahlentherapie).

    Sollen also Kassenpatienten mit ihrer Bereitschaft zur Organspende tendenziell primär das Leben der First-Class-Patienten verlängern ?

  • war nichts anderes zu erwarten. Die Gier ist wie das Meerwasser das man trinkt.

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