Besuch in Bayern
Der Papst begeistert die Gläubigen

Papst Benedikt XVI. ist zu seinem sechstägigen Besuch in Deutschland eingetroffen. Auf dem Münchener Flughafen wurde er vom Bundespräsidenten Horst Köhler, der Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, Würdenträgern und vielen anderen begrüßt.

HB MÜNCHEN. Das Kirchenoberhaupt landete am Samstagnachmittag um 15:22 Uhr auf dem Flughafen München. Um 15.34 Uhr betrat der Papst dann deutschen Boden. Nach der Landung läuteten im ganzen Erzbistum München und Freising die Kirchenglocken. Im Anschluss an die Begrüßung durch die Gastgeber fuhr der Papst mit dem Papamobil zum Münchner Marienplatz.

Nachdem sein Konvoi vom Flugplatz die Philosophische Hochschule „Georgianum“ in München Schwabing erreicht hatte, stieg Benedikt XVI. in das Papamobil um. Mehrere zehntausend Menschen säumten die Ludwigstraße, feierten den Papst mit starkem Beifall und schwenkten Fähnchen in den Vatikanfarben Gelb und Weiß. Kirchenglocken läuteten auch hier. Joseph Ratzinger fuhr winkend zum Münchner Marienplatz, um an der Mariensäule mit mehreren zehntaudsend Gläubigen zu beten.

Bei strahlendem Sonnenschein haben die Menschen auf dem Marienplatz Benedikt XVI. einen begeisternden Empfang bereitet. „Es ist für mich sehr bewegend, wieder auf diesem wunderschönen Platz zu Füßen der Mariensäule zu stehen, an einem Ort, der bereits zwei Mal Zeuge entscheidender Wendepunkte in meinem Leben war“, sagte der Papst, der an der Säule später auch betete.

Bereits am Pfingstsamstag 1977 hatte Joseph Ratzinger nach seiner Weihe zum Erzbischof von München und Freising am Fuße der Mariensäule auf dem Platz um Schutz für sein Land gebetet. Ebenfalls vom Marienplatz hatte er sich von seinem damaligen Erzbistum München und Freising am 28. Februar 1982 nach Rom verabschiedet.

Benedikt XVI. erinnerte daran, dass er als Münchner Erzbischof Nachfolger des heiligen Korbinian war. In Anlehnung an die Legende bezeichnete er sich selbst als „ein Lasttier Gottes“. Aber gerade so sei er immer bei Gott. Nach der Legende hatte ein Bär das Reittier des Heiligen zerfleischt, als dieser auf der Reise nach Rom war. Als Strafe lud ihm Korbinian das Bündel auf den Rücken, das bis dahin das Pferd getragen hatte. So musste der Bär es über die Alpen bis nach Rom schleppen und wurde erst dort vom Heiligen freigelassen.

„In meinem Fall hat der Herr anders entschieden“, bemerkte der Papst zur großen Erheiterung der Anwesenden. So stehe er nun wieder zu Füßen der Mariensäule, um die Fürsprache und den Segen der Muttergottes zu erflehen - „diesmal aber nicht nur für die Stadt München und für Bayern, sondern für die Kirche der ganzen Welt und für alle Menschen guten Willens“.

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber erklärte: „Für die Menschen in unserem Land und für mich persönlich geht heute ein Herzenswunsch in Erfüllung: Unser deutscher Papst kehrt in seine bayerische Heimat zurück.“ Alle seien tief bewegt und dankbar, diesen historischen und einmaligen Augenblick miterleben zu dürfen. Der Besuch werde in die Geschichte des Landes eingehen und allen Gläubigen neue Impulse geben.

Auch der sichtlich gerührte Münchner Erzbischof Kardinal Friedrich Wetter begrüßte das Kirchenoberhaupt bei seiner Rückkehr und verwies auf die Bedeutung, die Bayern, aber auch speziell der Marienplatz im Leben des Papstes gespielt habe. Obwohl ihm als Papst die Weltkirche anvertraut sei, sei er nicht in weite Ferne gerückt. Auch als Papst sei er ein Bayer gelieben.

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