Besuch in der Gellert-Therme
Baden wie Herr Kaiser

Die Gellért-Therme in Budapest gilt vielen als verruchter Ort, seit Vertreter der Versicherungsgruppe Ergo dort eine Sexparty abhielten. Wie passt dieses Bild mit der Realität zusammen? Handelsblatt-Online-Redakteur Lukas Bay hat sich in Budapest auf die Spur der Lustreisenden begeben.
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BudapestMein Kollege grinst, als ich ihm von meiner Reise nach Budapest erzähle. „Budapest? Gehst du auch in die Gellért-Therme?“

Die Gellért-Therme hat in Deutschland unfreiwillige Berühmtheit erlangt, weil eine große deutsche Versicherung das Badehaus vor fünf Jahren für eine Lustreise angemietet hatte. Die besten Vertretern durften in den altehrwürdigen Hallen die kostenlosen Liebesdienste käuflicher Damen in Anspruch nehmen. Die Lustreise, die vor einem Jahr durch das Handelsblatt aufgedeckt wurde, schlug hohe Wellen – und sorgte dafür, dass Reisen nach Budapest bis heute etwas Verruchtes anhaftet.

Ich tue meinem Kollegen den Gefallen: An meinem ersten Feierabend in Budapest besuche ich tatsächlich das altehrwürdige Bad am westlichen Donau-Ufer. Das Gellért-Hotel mit angeschlossener Therme besteht bereits seit 1918, wurde aber in den bewegten Geschichte Budapests schon mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Die Quellen aus denen die warmen Becken befüllt werden, sollen bereits im 13. Jahrhundert entdeckt worden sein. Renoviert wurde das Bad zuletzt im Jahr 2008.

Die Wirkungen, die man dem mineralreichen Wasser zuschreibt, sind geradezu magisch. Angeblich hilft ein Bad gegen Gelenkerkrankungen, Probleme mit der Wirbelsäule, Bandscheibenprobleme, Durchblutungsstörungen, sowie gegen Asthma und chronische Bronchitis. Da ich keines der Leiden vorzuweisen habe, kann ich leider nicht prüfen, ob das stimmt.

Mit Thermen wie ich sie aus Deutschland kenne, hat schon der Eingangsbereich wenig zu tun. Verzierte Bögen und ein Art-Nouveau-Glasdach erinnern eher an ein Schloss als an ein Bad. In einer holzverkleideten Kabine werden die Eintrittskarten für 4100 bis 4600 Forint (umgerechnet 14 bis 15,60 Euro) verkauft. Nachdem ich bezahlt habe, bekomme ich ein blaues Bändchen.

Auf dem Weg zu den Umkleidekabinen erlebe ich die erste kleine Enttäuschung: Mit dem pompösen Glanz des Eingangsbereichs haben die Umkleideräume wenig gemein. Chaotischer Hallenbadcharme bestimmt die Szenerie, Einweiserinnen verteilen die etwas konfusen Besucher auf die durchnummerierten Privatkabinen. Ich möchte einen Bademantel leihen, verzichte aber darauf nachdem eine wenig freundliche Dame am Verleih dafür 11.000 Forint (rund 37,5 Euro) verlangt.

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Baden wie Herr Kaiser

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Heiße Thermalbecken

Kommentare zu " Besuch in der Gellert-Therme: Baden wie Herr Kaiser"

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  • .... also doch nicht wie Kaiser oder Oletzky ;-)

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