Betrieb von Hochgeschwindigkeitszügen wurde vorübergehend eingestellt
Starkes Erdbeben erschüttert Japan

Bei einem Erdbeben der Stärke 7,2 vor der Küste von Nordjapan sind am Dienstag 27 Menschen verletzt worden. Allein beim Einsturz eines Hallenbaddachs in der Provinzhauptsstadt Sendai wurden 14 Menschen verletzt, wie der Fernsehsender NHK berichtete.

HB TOKIO. Laut Medienberichten wurden dabei 27 Menschen verletzt. Schnellzüge wurden angehalten und im Atomkraftwerk Onagawa die Generatoren automatisch abgeschaltet. Die Präfektur Miyagi, vor deren Küste das Zentrum des Bebens lag, sprach kurzzeitig eine Tsunami-Warnung aus. Tausende Haushalte waren vorübergehend ohne Strom. Gebäude schwankten auch in der 300 Kilometer entfernten Hauptstadt Tokio. Hier gab es aber offenbar weder gravierende Schäden noch Verletzte. „Es gab einen gewaltigen Schlag“, sagte eine Augenzeugin dem Sender NHK. „Die Leute haben alle durcheinander geschrien und sind zu den Ausgängen gerannt.“ Die Behörden schlossen kräftige Nachbeben nicht aus.

Das Beben ereignete sich um 11.46 Uhr Ortszeit (4.46 Uhr MESZ). Zunächst war eine Stärke von 6,8 angegeben worden.

Der Verkehr wurde offenbar nur kurzzeitig beeinträchtigt. Mehrere Züge wurden zwar angehalten, setzten ihre Fahrt aber bald wieder fort. Berichte über Entgleisungen gab es nicht. Die großen Flughäfen in Tokio unterbrachen ihren Betrieb nur, um die Start- und Landebahnen auf mögliche Schäden hin zu untersuchen.

In der Millionen-Stadt Sendai wurden nach Angaben von Augenzeugen mehrere Menschen verletzt, als in einem Schwimmbad Teile der Decke herabfielen. In ersten Berichten war von bis zu 80 Verletzten die Rede. Bestätigt wurde dies zunächst nicht.

Auf die Wirtschaft hatte das Beben unterschiedliche Auswirkungen. Der Energiekonzern Tohoku Electric teilte mit, die drei Generatoren des Atomkraftwerks Onagawa seien automatisch gestoppt worden. „Wir prüfen die Anlagen, um zu sehen, ob es irgendwelche Schäden gibt“, sagte eine Sprecherin. Es gebe aber keine Hinweise auf einen möglichen Austritt von Radioaktivität. Die Stromversorgung sei für etwa 17.000 Haushalte unterbrochen.

Asiens größter Energieversorger Tokyo Electric Power gab dagegen bekannt, der Betrieb seiner Atomkraftwerke in Nordjapan sei nicht beeinträchtigt. Der Öl-Konzern Nippon Oil unterbrach seine gesamte Öl-Produktion in seiner Raffinerie Sendai. „Wir wissen im Moment noch nicht, wann wir den Betrieb wieder anfahren können“, sagte ein Sprecher. Über Probleme in anderen Raffinerien des Landes wurde zunächst nichts bekannt.

Der Konzern Fuji Photo unterbrach nach eigenen Angaben seine Produktion digitaler Kameras kurzzeitig, stellte aber keine Schäden an seinen Anlagen fest. Der Konzern Sony, der in Miyagi Magnetbänder und Laser herstellt, berichtete, es habe weder Schäden noch Beeinträchtigungen gegeben. An der Küste von Miyagi stieg der Wasserspiegel nach dem Beben zeitweise um rund zehn Zentimeter an. Eine Tsunami-Warnung wurde nach etwa 90 Minuten wieder aufgehoben. In Japan ereignen sich häufig Erdbeben. Im Oktober kamen bei einem Beben der Stärke 6,8 in Niigata 40 Menschen ums Leben, mehr als 3000 wurden verletzt. In Kobe starben 1995 bei einem Beben der Stärke 7,3 mehr als 6400 Menschen. rbo/chr REUTERS

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