Beute aus Raubüberfall
Bohlens Geld ist weg

Musikproduzent Dieter Bohlen muss das Geld wohl abschreiben, das ihm zwei halbwüchsige Räuber bei einem Überfall in seiner Villa in Tötensen bei Hamburg abnahmen: Der Anwalt eines der beiden Jungverbrecher gibt an, sein Mandant habe die Beute in wenigen Monaten durchgebacht. Seine Eltern hätten sich mit einer lahmen Ausrede zufrieden gegeben.

HB RECKLINGHAUSEN. „Das Geld ist weg“, sagte der Jurist Burkhard Benecken, der den heute 18 Jahre alten jüngeren Beschuldigten vertritt. Sein Mandant habe das Geld für „Dinge des alltäglichen Lebens“ verbraucht. Als sich seine Eltern über den plötzlichen Reichtum wunderten, habe er behauptet, Dinge im Internet versteigert zu haben.

Mitte Dezember vergangenen Jahres soll der 18-jährige Recklinghäuser zusammen mit einem ein Jahr älteren Komplizen Bohlen in seiner Villa in Tötensen bei Hamburg überfallen haben. Nach Aussage des Duos nahmen sie bei dem Überfall 29 600 Euro mit. Bohlen hatte die gestohlene Summe mit 60 000 Euro angegeben. Die Männer hätten ihre Beute geteilt, sagte Benecken.

Der 18-Jährige sei über ein Jahr arbeitslos gewesen und habe den ganzen Tag im Internet gesurft und Computerspiele gespielt. „Er hat Realität und Fantasie miteinander vermischt“, sagte sein Anwalt. Eine verminderte Schuldfähigkeit seines Mandanten liege aber vermutlich nicht vor.

Der Tatverdächtige, der zurzeit in der Jugendstrafanstalt Iserlohn sitzt, hatte Bohlen in dieser Woche einen Brief geschrieben, in dem er sich entschuldigte und den Musikproduzenten zu einem persönlichen Gespräch ins Gefängnis einlud. Bohlen hat bislang nicht geantwortet.

Der Prozess beginnt voraussichtlich Ende August vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts Bochum in Recklinghausen. Dabei soll Bohlen auch als Zeuge aussagen.

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