Bewegende Trauerfeier auf dem Petersplatz
Friedliches Ende eines langen Leidens

Wenige Stunden nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. hat der Vatikan dessen Leichnam am Sonntag überraschend der Weltöffentlichkeit gezeigt. Die einbalsamierten sterblichen Überreste des Pontifex wurden in der Sala Clementina, einem Freskensaal im Vatikanin den Räumen des Vatikans, aufgebahrt. Zahlreiche Kardinäle, hohe Kirchenführer und Spitzenpolitiker erwiesen dem Toten in der Sala Clementina im Apostolischen Palast die letzte Ehre. Auch der italienische Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi und Regierungschef Silvio Berlusconi waren anwesend.

HB VATIKAN-STADT. Der Fernsehsender des Vatikans zeigte Bilder aus dem Saal. Der tote Papst lag dort unterhalb eines Kruzifixes, trug eine weiße Mitra, rot-weiße Gewänder und hatte einen Bischofsstab im Arm. Über dem roten Messgewand lag das Pallium, eine Schmuckbinde aus weißer Wolle. Der Fischerring als Symbol der Papstmacht war ihm zuvor - wie im Kirchenrecht vorgesehen - abgenommen worden. Der Tote hat friedliche Gesichtszüge, die auf einen sanften Tod schließen lassen. Johannes Paul II. hatte in einem offiziellen Dokument 1996 verfügt, dass sein Leichnam ausschließlich mit Pontifikalgewändern fotografiert werden darf.

Auf dem Petersplatz gedachten rund 130 000 Gläubige aus der ganzen Welt bei einer Trauermesse dem Pontifex, der mehr als 26 Jahre an der Spitze der 1,1 Milliarden Katholiken stand. Staatschefs aus aller Welt würdigten den Papst als historische Persönlichkeit und verwiesen insbesondere auf seine zentrale Rolle beim Fall des Eisernen Vorhangs in Europa Ende der achtziger Jahre. Nicht nur in Rom, auch in seinem Heimatland Polen, in Deutschland und vielen anderen Ländern beteten Katholiken in Trauer-Messen für den charismatischen und konservativen Papst.

Ursprünglich war erst für Montag damit gerechnet worden, dass der Leichnam der Öffentlichkeit gezeigt wird. Dann wird er voraussichtlich gegen 17 Uhr im Petersdom aufgebahrt. Dort darf die Bevölkerung dem Papst die letzte Ehre erweisen. Er war am Samstagabend nach langem Leiden in Rom gestorben. Nach Vatikan-Angaben starb er an Herzversagen und einem septischen Schock. Dies geht aus einer am Mittag veröffentlichten Kopie der offiziellen Todesurkunde hervor. Der Gesundheitszustand des Papstes hatte sich in den vergangenen Tagen dramatisch verschlechtert. Zuletzt litt er unter Herz- und Nierenproblemen und bekam hohes Fieber. Zudem war er seit Jahren von der Parkinsonschen Krankheit und Arthritis gezeichnet.

Seite 1:

Friedliches Ende eines langen Leidens

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%