Bezirk Ziarat schwer getroffen
Über 160 Tote bei Beben in Pakistan

Drei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben im Norden Pakistans sind bei einem schweren Beben im Südwesten des Landes mehr als 160 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. Nach Angaben der Regierung der Provinz Baluchistan wurden mehr als 15 000 Menschen obdachlos.

HB ISLAMABAD. Das Beben der Stärke 6,4 überraschte die meisten Menschen um 5.10 Uhr Ortszeit im Schlaf. Familien flohen panisch aus den Häusern. Das Epizentrum lag etwa 60 Kilometer nordöstlich der Provinzhauptstadt Quetta. Die Nationale Katastrophenschutzbehörde schickte Zelte, Decken und warme Kleidung in die betroffene Region. Auch ein Feldkrankenhaus der Armee stand zum Transport ins Katastrophengebiet bereit.

Der Vorsteher des am schwersten betroffenen Bezirks Ziarat, Dilawar Khan Kakar, sagte: „Wir haben eine Bestätigung über mehr als 160 Tote in verschiedenen Dörfern.“ In dem Ort Wam, in dem mehr als 200 Familien wohnten, sei so gut wie jedes Haus zerstört worden, sagte Kakar. Sein Stellvertreter Momin Khan Dummar befürchtete, die Opferzahl könne auf 190 ansteigen. „Viele Menschen liegen noch unter ihren zerstörten Häusern.“ Helfer suchten in den Trümmern nach Überlebenden. Den Rettungsmannschaften gelang es zunächst nur, in Dörfer nahe den großen Straßen vorzudringen.

Nach dem Beben gingen in der Provinz auch mehrere Schlammlawinen nieder. Baluchistan ist die größte, aber am dünnsten besiedelte Provinz Pakistans. Sie ist zugleich die ärmste Provinz des Landes.

Der Direktor der pakistanischen Meteorologiebehörde, Qamaruz Zaman Chaudhry, sagte, zu dem Beben sei es nur zehn Kilometer unter der Erdoberfläche gekommen. „Ein flaches Erdbeben dieser Größenordnung ist normalerweise sehr zerstörerisch.“ Der örtliche Kommandeur der paramilitärischen Grenztruppen, Generalmajor Asif Nawaz, sagte, die Soldaten hätten Hilfscamps eingerichtet. Zahlreiche Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht.

Am 8. Oktober 2005 waren bei einem verheerenden Beben der Stärke 7,6 im pakistanischen Teil Kaschmirs und anderen nordpakistanischen Regionen mindestens 73 000 Menschen ums Leben gekommen. Im indischen Teil Kaschmirs starben damals mehr als 1300 Menschen. Allein in Pakistan wurden 3,5 Mio. Menschen obdachlos. Zu dem bislang schwersten Beben in Baluchistan war es im Jahr 1935 gekommen: Mehr als 30 000 Menschen starben, die Provinzhauptstadt Quetta wurde fast dem Erdboden gleichgemacht. 1997 waren bei einem Beben in Baluchistan mehr als 100 Menschen getötet worden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%