Bild am Sonntag
Chefredakteurin entschuldigt sich für Islam-Kritik

Für einen Ende Juli abgedruckten islamkritischen Kommentar hat sich die Chefredakteurin der „Bild am Sonntag“ entschuldigt. Noch nie habe das Blatt so viele Leserbriefe erhalten wie nach diesem Text.
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BerlinDie Chefredakteurin der „Bild am Sonntag“, Marion Horn, hat den Abdruck eines islamkritischen Kommentars in dem Blatt als „Fehleinschätzung“ bezeichnet und um Verzeihung gebeten. „Ich bitte alle Menschen um Entschuldigung, die sich durch uns gekränkt fühlen“, schrieb Horn in der aktuellen Ausgabe. Der Kommentar habe viele Menschen verletzt.

„BamS“-Vizechef Nicolaus Fest hatte in der Vorwoche in einem Kommentar den Islam als Integrationshindernis bezeichnet. Fest schrieb in dem Blatt, der Islam störe ihn immer mehr. Er sprach unter anderem von „totschlagbereiter Verachtung des Islam für Frauen und Homosexuelle“, Zwangsheiraten, Ehrenmorden und „antisemitischen Pogromen“.

Dem Autor sei es darum gegangen, „Verbrechen zu kritisieren, die im Namen des Islam begangen werden, zum Beispiel gegen Frauen und Schwule“, schrieb Horn, die sich zuvor bereits auf Twitter entschuldigt hatte. Noch nie habe das Blatt so viele Leserbriefe bekommen wie auf diesen Kommentar - „bestürzte, wütende, zustimmende“. Auf vier Seiten wurden Leserzuschriften abgedruckt. Auch der Chefredakteur der „Bild“-Zeitung, Kai Diekmann, hatte sich umgehend von Fests Kommentar distanziert.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Auch hier ein Kurieren an Symptomen, wie im gesamten deutschen Pressewald: Ursachen und Erscheinungsformen des Antisemitismus in Europa und anderswo sind nicht der Gaza-Krieg gegen die auch von Europa mit 300 Mio. Euro/a gerüstete Terrortruppe Hamas: Peter Prange beschreibt im Roman „Die Gottessucherin“ über das Schicksal portugiesischer Maranen, von Christen und sonstigen Unheiligen um die halbe Welt gejagt, den Erwerb von Tiberias in Palästina durch die portugiesische Kauffrau Gracia Mendes – und zwar nicht von Palästinensern, sondern von den dort seit Jahrhunderten herrschenden osmanischen Muselmanen, in diesem Falle war der Reformer Sultan Süleyman der Verkäufer: In Palästina beugte sich ein Franziskanerpater zu einem jungen Beduinen, um an die Verheißung zu erinnern: Wenn es den Juden gelänge, Tiberias wieder aufzubauen, ginge die Lehre des Propheten Mohammed und der Glauben an Allah unter. Es war also die erste Rückkehr der Juden nach der Vertreibung durch Titus in 70 n.Chr. Die zweite Rückkehr der Juden in ihr angestammtes Land war mit der Entstehung des politischen Zionismus im späten 19. Jhd. markiert, nach 2000 Jahren Martyrium in der Diaspora mit dem Höhepunkt der im europäischen Raum weitgehend und eifrig unterstützten Kampagne der Ausrottung der Juden durch die deutschen Nazis. Zu den Unterstützern gehörte auch der Gruppenführer der Waffen-SS und Großmufti von Jerusalem, Freund Hitlers und Eichmanns, Amin al Husseini, geistiges Vorbild des Arafat und der Hamas, die in ihrer Satzung die Vernichtung der Juden in Palästina, statt der Zweistaatenlösung, festgeschrieben hat. Solange so etwas von Europa auch noch bezahlt und hofiert wird, gibt es keinen Frieden in dieser Region und immer wieder Antisemitismus in Europa und anderswo. Der Pazifist Rolf Biermann bringt es auf den Punkt: Wenn die Araber die Waffen niederlegen, wird es Frieden in Palästina geben, wenn die Israelis die Waffen niederlegen, bald keine Juden mehr in Palästina.

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