Bill Cosby
Angebliche Opfer verlangen Millionen-Fonds

Bill Cosby wehrt sich weiter gegen die Vorwürfe von rund 20 Frauen, er habe sie sexuell missbraucht. Eine Anwältin fordert nun die Einsetzung eines Juristen-Gremiums und die Einrichtung eines Millionenfonds.
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Los AngelesDrei Frauen, die US-Komiker Bill Cosby (77) des sexuellen Missbrauchs beschuldigen, fordern einen Millionen-Fonds für die angeblichen Opfer. „Die Öffentlichkeit verdient zu erfahren, ob Herr Cosby ein Heiliger oder ein Sexualstraftäter ist“, sagte die Anwältin Gloria Allred am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz in Los Angeles.

Die prominente Frauenrechtlerin vertritt die drei Frauen. Allred forderte den beliebten Comedian bei einer Pressekonferenz auf, „diesen Alptraum zu beenden“. Cosby bestreitet die ihm vorgeworfenen Taten über seinen Anwalt vehement.

Die Opferanwältin verlangte von dem Star, dass er einem Gremium von ehemaligen Richter erlaubt, darüber zu entscheiden, ob die Anschuldigungen begründet sind oder nicht. Er solle 100 Millionen US-Dollar (etwa 81 Millionen Euro) in einen Fonds einzahlen, aus dem mögliche Opfer-Entschädigungen bedient werden könnten. Andernfalls solle Cosby zustimmen, dass mutmaßliche Opfer auch verjährte Vorwürfe vor Gericht bringen dürfen, forderte die Anwältin.

Nach dem im US-Bundesstaat Kalifornien geltenden Recht können so lang zurückliegende Taten strafrechtlich nicht mehr verfolgt werden. Anders könnte es aber bei der Klage einer 55-jährigen Frau liegen. Sie behauptet, erst vor drei Jahren erkannt zu haben, wie sehr sie das Erlebnis traumatisiert habe. Daher könnte dieser Fall nicht verjährt sein.

Inzwischen machen etwa 20 Frauen Cosby öffentlich schwere Vorwürfe. Mehrere schilderten in Interviews, dass der Schauspieler sie willenlos gemacht habe und es dann zu sexuellen Übergriffen gekommen sei. Zum Teil sollen sich die Vorfälle bereits vor Jahrzehnten ereignet haben.

Öffentlich hat sich Cosby bisher nicht zu den erhobenen Vorwürfen geäußert. Auf Twitter dankte er am Mittwoch (Ortszeit) der Sängerin Jill Scott und der Schauspielerin Whoopi Goldberg, die vor einer Vorverurteilung des Komikers gewarnt hatten. Zwei Auftritte des 77-Jährigen, die für den Nikolaustag in einem Vorort von New York angesetzt waren, wurden am Mittwoch (Ortszeit) abgesagt.

Der Veranstalter teilte mit, Cosby habe zugestimmt, die Auftritte auf einen späteren Termin zu verschieben. Der Ticketpreis werde erstattet.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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