Bill Cosby muss vor Gericht
Richter weist Einspruch zurück

Komödiant Bill Cosby steht mit dem Rücken zur Wand. Immer schwerer wiegen die Vorwürfe zahlreicher Frauen gegen ihn. Ein gerichtlicher Befreiungsschlag ist jetzt gescheitert.

BostonEin Bundesgericht im US-Staat Massachusetts will eine Klage gegen US-Komiker Bill Cosby wegen Verleumdung mehrerer Frauen nicht zurückziehen. Drei Klägerinnen, die laut eigenen Angaben vor Jahrzehnten von dem Comedian sexuell missbraucht worden sind, beschuldigen Cosby auch wegen übler Nachrede, weil dessen Anwälte ihre Aussagen als Lüge bezeichnet hatten. Das Urteil vom Freitag ist ein rechtlicher Schlag gegen den 78-jährigen, dem Dutzende Frauen sexuelle Übergriffe vorgeworfen haben.

Die Frauen klagen, dass Cosbys Anwälte ihren Ruf beschädigt hätten, indem sie ihre Anschuldigungen in teils abschätzigen Worten dementiert hätten. Cosbys Verteidigung wollte, dass das Gericht die Klage fallen lässt. Als Begründung führten sie an, dass es sich bei den Aussagen um persönliche Meinungen gehandelt habe. Dies wies US-Bezirksrichter Mark Mastroianni am Freitag zurück. Der Fall kommt nun vor eine Geschworenenjury. Außerdem urteilte Richter Mark Mastroianni, dass sich Cosby die Aussagen seiner Anwälte persönlich zurechnen lassen müsse. Dann kann im Falle von Schadenersatzklagen eine erhebliche Bedeutung haben.

Bereits früher hatte der US-Komiker Bill Cosby in einem Verfahren den Besitz von Medikamenten zugegeben, die er jungen Frauen geben wollte, mit denen er Sex haben wollte. Mindestens einer Frau und „anderen Personen“ hat er diese Medikamente auch gegeben, wie aus veröffentlichten gerichtlichen Unterlagen hervorgeht. Diese lagen der Nachrichtenagentur AP vor. Cosbys Anwälten zufolge wussten damals zwei der heutigen Klägerinnen, dass sie Medikamente von dem Komiker nahmen.

Für die Anwälte etlicher Frauen, die Cosby in den vergangenen Monaten wegen sexuellen Missbrauchs verklagt haben, sind die Unterlagen aus dem früheren Fall allerdings ein Beleg dafür, was sie Cosby immer schon vorgeworfen haben: dass er sie mit Medikamenten gefügig gemacht und dann vergewaltigt habe. In einem Fall wirft ihm eine Frau vor, er habe sie sexuell belästigt als sie erst 15 Jahre alt war.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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