Billigsprit lockt viele Deutsche nach Luxemburg, Österreich und Polen
Grenznahe Schnäppchenjagd

Auch am 1. Mai werden sich wie jedes Wochenende wieder lange Schlangen vor den Zapfsäulen der Tankstellen in dem kleinen luxemburgischen Grenzort Rosport bilden. In dem nahe Trier gelegenen Wasserbillig staut sich der Verkehr. Zehn, fünfzehn und zwanzig Kilometer fahren grenznah wohnende Eifeler und Moselaner, um Billigsprit zu tanken.

HB.DÜSSELDORF. Ausflüger aus dem Rheinland machen gern einen Abstecher über die Grenze: 66 Cent für einen Liter Diesel, 91 Cent für einen Liter Super und je nach Marke rund 30 Euro für eine Stange guter Zigaretten sind für viele deutsche Schnäppchenjäger einfach unwiderstehlich.

Das durch die deutsche Ökosteuer erhöhte Preisgefälle treibt auch immer mehr grenznah wohnende Deutsche nach Österreich, Tschechien und Polen. In Polen kostet der Liter Diesel umgerechnet 64 Cent, der Liter Super 81 Cent. Je höher die Benzinpreise in Deutschland klettern, desto längere Wege nehmen deutsche Autofahrer in Kauf. Ausländische Niedrigpreise ziehen Deutsche geradezu magnetisch an, konstatiert der ADAC, und verleiten so manchen, in Reservekanistern Billigsprit zu hamstern.

Im bayerischen Memmingen stellte die Polizei einen Autofahrer, dessen Fahrzeug fast auf dem Boden auflag. Das Auto hatte eine hoch gefährliche Fracht: 1  600 Liter Diesel, die der Fahrer preisgünstig in Österreich gekauft hatte. Zulässig wären 20 Liter gewesen. Werden die rollenden Spritbomber erwischt, droht neben der Strafe wegen Steuerhinterziehung ein saftiges Bußgeld wegen Verkehrsgefährdung.

Das Entdeckungsrisiko für Spritschmuggler ist allerdings gering. Mit der EU-Erweiterung entfallen nun auch die unmittelbaren Kontrollen an der Grenze zu Tschechien und Polen. Die stattdessen verstärkten mobilen Kontrollgruppen des Zolls haben aber schon alle Hände voll zu tun, um Zigaretten- und Drogenschmuggler zu fassen.

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