Binnenschifffahrt teilweise eingestellt Hochwasserlage in Deutschland spitzt sich zu

Mit „Burglind“ hat das Jahr nass und stürmisch begonnen. Jetzt steigen die Pegelstände vieler Flüsse und behindern den Schiffsverkehr. Städte wie Düsseldorf und Köln rüsten sich mit Schutzwänden gegen das Hochwasser.
Update: 05.01.2018 - 16:15 Uhr Kommentieren
In Rees, nördlich von Düsseldorf, hat der Rhein Straßen und Felder überflutet und bedroht mehrere Wohnhäuser. Quelle: dpa
Hochwasser in Nordrhein-Westfalen

In Rees, nördlich von Düsseldorf, hat der Rhein Straßen und Felder überflutet und bedroht mehrere Wohnhäuser.

(Foto: dpa)

Berlin

Die Hochwasserlage bleibt in weiten Teilen Deutschlands bedrohlich und zwingt zunehmend die Schiffskapitäne zu Pausen. Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt waren am Freitag mit Rhein, Donau, Main, Mosel, Saar, Neckar und Weser sieben Flüsse zumindest abschnittsweise betroffen. So wurde auch auf dem Oberrhein die Schifffahrt eingestellt. Weiter rheinabwärts, etwa bei Köln, könnte es am Wochenende so weit sein. Doch Meteorologen wecken nach dem regenreichen Jahresbeginn nun Hoffnung auf trockeneres Wetter: Am Sonntag bleibt es dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge weitgehend niederschlagsfrei.

In der Nacht zum Freitag war die Situation im Schwarzwald-Städtchen St. Blasien besonders kritisch. Regen und Tauwetter führten zu Überschwemmungen und Erdrutschen; zwischenzeitlich drohte Katastrophenalarm. Etwa 120 Menschen kamen in einer Halle unter, die meisten konnten bis zum Morgen in ihre Häuser zurückkehren. Verletzt wurde niemand.

Tagsüber entspannte sich die Lage dann. Das Innenministerium Baden-Württemberg warnte jedoch davor, dass wegen hoher Wasserstände und durchnässter Böden auch in den nächsten Tagen noch Hänge abrutschen, Bäume umstürzen und Keller volllaufen könnten. Uferbereiche und Wälder sollten nicht betreten werden.

In Baden-Württemberg starb eine 28 Jahre alte Rettungsschwimmerin bei einer Hochwasserübung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Sie ertrank am Donnerstag in der Nähe von Schwäbisch Hall im Fluss Kocher, als ihr Boot kenterte. In Frankreich wurde bei Hochwasser ein Deutscher vermisst gemeldet. Der Mann um die 70 aus Baden-Württemberg sei vermutlich an seinem Zweitwohnsitz in Rouvres-sur-Aube, nördlich von Dijon, ins Wasser gefallen, sagte die Präfektin des Verwaltungsbezirks Haute-Marne, Françoise Souliman.

In Köln, wo das Flussbett des Rheins besonders eng ist, rechneten die Experten für Sonntag mit einem Pegelstand von 8,20 bis 8,70 Metern. Die kritische Marke für Kapitäne liegt bei 8,30 Metern. „Die Schifffahrt wird auf jeden Fall eingestellt werden. Die Frage ist der Zeitpunkt“, sagte ein Sprecher der Hochwasserschutzzentrale.

Anwohner in Deutschlands viertgrößter Stadt sind nicht in Gefahr. „Bebaute Gebiete im größeren Umfang sind in keinster Weise bedroht“, sagte der Sprecher. Für Dienstag rechneten die Experten mit einem Höhepunkt von etwa 9 Metern. Die Schutzwände in der Kölner Altstadt sind für Wasserstände von deutlich mehr als 11 Metern ausgelegt.

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