Biografie: Die PR-Maschine Bettina Wulff

Biografie
Die PR-Maschine Bettina Wulff

Ausgerechnet zum Verkaufsstart ihres Buches geht die Frau des ehemaligen Bundespräsidenten gegen Gerüchte vor, die schon lange die Runde machen. Die Masche zieht – und könnte ihre Biografie zum Bestseller machen.
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Düsseldorf/BerlinBettina Wulff, die Gattin des zurückgetretenen Bundespräsidenten erregt Aufsehen. Mal wieder. Diesmal mit ihrer eidesstattliche Versicherung, in der sie die alle Gerüchte als unzutreffend zurückweist, die sie in einen Zusammenhang mit einem unzüchtigen Vorleben im Rotlichtmilieu rücken. Aufsehenerregend sind diesmal auch die Maßnahmen, mit der sie den verschiedenen Interpretationsweisen ihres bisherigen Lebenslaufs einen Riegel vorschieben möchte: Gegen Günter Jauch erwirkte Wulff eine Unterlassungserklärung, darüber hinaus soll der Suchmaschinenbetreiber Google seine Suchalgorithmen anpassen. Denn wer derzeit nach Bettina Wulff googlet, trifft per Autovervollständigung unweigerlich auf die Begriffe „Prostituierte“ und „Escort“.

Das Vorgehen soll zwar die Frage nach der Vergangenheit vergessen machen, wirft aber gleich mehrere neue auf: Warum kommt Wulffs Offensive zu einem Zeitpunkt, an dem zumindest in den Medien das Thema kaum noch präsent war? Warum fällt dieser Zeitpunkt mit der Vorstellung ihres Buches „Jenseits des Protokolls“ zusammen? Kann jemand Google seine Suchbegriffe vorschreiben? Kann es Zufall sein, dass die ehemalige Pressereferentin von Continental sich in diesem Jahr mit ihrer eigenen PR-Agentur „Bettina Wulff Kommunikation“ selbstständig gemacht hat? Die Antwort lautet von mehreren Seiten – nein.

Tatsache ist, dass der Münchener Riva-Verlag statt der ursprünglich für November geplanten Veröffentlichung schon am Wochenende erste Buchhandlungen mit „Jenseits des Protokolls“ beliefert hat. Nach Angaben einer Verlagssprecherin wurde der Start wegen des großen öffentlichen Interesses um zwei Monate vorgezogen. Das Buch über die Zeit an der Seite des nach einer nur 598-tägigen Amtszeit zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff sei deshalb schon ab Mittwoch im Handel erhältlich, sagte die Sprecherin. Dass bereits am Wochenende Exemplare angeboten wurden, erklärte die Sprecherin damit, dass am Freitag die Auslieferung begonnen habe. „Die haben anscheinend schnell ausgepackt.“ Erste Auflage: 100.000 Stück. Die Online-Ausgabe der Bild-Zeitung gab aus dem ihr vorliegenden Ansichtsexemplar gleich Kostproben und prognostiziert, „dass dieses Buch ganz schnell auf Platz 1 der Bestsellerliste stehen wird.“

Der Deutschen Journalisten-Verband attestierte der gesamten Aktion umgehend einen Beigeschmack. „Der zeitgleiche Verkaufsstart ihres Buches nährt den Verdacht einer PR-Kampagne mit dem Ziel, Aufmerksamkeit zu erregen“, sagt der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken. Es sei „diskussionswürdig“, dass Bettina Wulff ihre Persönlichkeitsrechte erst mehr als ein halbes Jahr nach dem Rücktritt ihres Mannes vom Amt des Bundespräsidenten gegenüber zahlreichen Medien geltend mache. Entsprechend dreht sich die PR-Spirale weiter, Nachrichtenagenturen greifen das Buch auf, kündigten bereits für den Montagnachmittag Hintergrundgeschichten an.

Zitate aus der Publikation werden schon seit dem Vormittag an die Redaktionen gespielt: „Jeden Tag die Zeitung aufzuschlagen, das Radio oder den Fernseher anzuschalten und dort irgendetwas Negatives über sich zu hören, das zehrte mächtig an den Nerven“, heißt es dort, und: „Obwohl ich mich sonst bestimmt für eine starke Frau halte, die so schnell nichts aus der Bahn wirft, habe ich darüber in den Jahren so viel geheult - ich fragte mich: Warum? Warum machen die das mit mir?“ All das lässt sich in der Zusammenfassung der Gemengelage durchaus als konzertierte PR-Maßnahme auslegen. Da passt auch die effektvolle Ankündigung, gegen Google klagen zu wollen, ins Bild. Das alles ändert jedoch nichts daran, dass es Bettina Wulffs gutes Recht ist, sich gegen Verleumdungen zu wehren.

Seite 1:

Die PR-Maschine Bettina Wulff

Seite 2:

Gerüchte sollen aus CDU-Kreisen stammen

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  • das war wohl ein Eigentor von mir ha,ha. Gehört eigentlich zu einem ganz anderen Artikel

  • ich finde dieses ganze Geplänkel um Google Street View dämlich. Schaut doch mal im Fernsehen ein Fußballspiel an, da sitzen gerade die, die sich über Google echauffieren, und winken sogar noch in die Kamera. Auch wenn das Fernsehen auf der Straße ist, regt sich kein Mensch auf. Aber Google...
    Allein schon der Name bringt Empörung mit sich. Man sollte doch die Kuh im Dorf lassen. Mein Haus kann doch sowieso jeder sehen und wenn ich gerade auf der Straße bin... na und? Auch da sieht mich der Nachbar. Außerdem könnte man das eigene Haus wunderschön auf einer Visitenkarte drucken oder als Logo oder, oder....

  • na dann "diskutieren" wir halt ihre "PR-Kampagne"
    wie es ausgerechnet die schreibende Zunft - der wichtige Journalisten-Verband mit Konken - als MORALISCHE Instanz über ihr Opfer vorgeschlagen hat. Als DISKUSSIONSWÜRDIG bezeichnete das nämlich der DJV-Vorsitzende, ... rhabarber ... rhabarber
    Persönlichkeitsrechte kennt er nach so langer Zeit plötzlich auch, aber: „Der zeitgleiche Verkaufsstart ihres Buches nährt den Verdacht einer PR-Kampagne mit dem Ziel, Aufmerksamkeit zu erregen“, sagte Konken. Na echt oag von der angeschütteten Betty mit dem Tattoo … *zwinker*

    Die weinerlichen Medien haben selber fette Kohle mit IHRER Kampagne gemacht und pfeifen sich gar nichts mehr, wenn es um Auflagen und Klickraten geht, aber MORAL und PR-Gags haben sie wohl nur für sich gepachtet.
    :-)

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