Bislang zehn Tote
Schweres Erdbeben im Süd-Iran

Bei einem Erdbeben der Stärke 5,9 sind offiziellen Angaben zufolge am Sonntag im Süden des Irans mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen.

HB TEHERAN. 50 weitere seien verletzt, sagte der zuständige Provinzgouverneur der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Vier der aus Lehmziegeln errichteten Dörfer auf der Insel wurden den Angaben zufolge weitgehend zerstört. US-Geologen nahmen auf ihren Messsystemen eine Stärke von 6,1 auf der Richter-Skala wahr. Die Erschütterungen waren auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu spüren, die am Golf der Insel Keschm gegenüberliegen. Im Februar waren bei einem Beben im iranischen Südosten 600 Menschen getötet worden.

Irna zufolge bebte die Erde um 11.23 Uhr MEZ etwa zehn bis fünfzehn Sekunden lang. Geologische Messstationen in den USA berichteten, das Epizentrum habe mit rund 60 Kilometer südwestlich von Bandar Abbas der Insel sehr nahe gelegen. Bandar Abbas liegt auf dem Festland. „Das Erdbeben war wirklich stark. Die Menschen sind in Panik auf die Straßen gelaufen“, sagte eine Hausfrau in der Inselhauptstadt Keschm-Stadt. Der Sonntag ist im Iran ein Arbeitstag.

Den Angaben zufolge wurden die Dörfer Tonban und Gawarsin, Chaledi und Gurian praktisch dem Erdboden gleichgemacht. Auch in den Marktstraßen von Keschm-Stadt, der Hauptstadt der Insel, liegen nach Berichten des staatlichen Fernsehens viele Gebäude in Trümmern.

Das zentrale Krankenhaus auf der vor der Küste gelegenen Insel Keschm sei voll mit Verletzten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Irna zufolge fehlt es dem Krankenhaus auf Keschm an der nötigen Ausrüstung, um die Verletzten zu versorgen. Eine Helferin von iranischen Roten Halbmond, einer Schwesterorganisation des Roten Kreuzes, sagte, die Lage in der Klinik sei verzweifelt. „Die Zahl der Verletzten ist sehr groß. Die Menschen halten sich in den Fluren auf. Wir brauchen Zelte und Decken.“

Keschm ist eine Freihandelszone in der südiranischen Provinz Hormusgan. Auf der Insel leben rund 120.000 Menschen. Das Eiland ist bei Touristen wegen seiner Palmen-Haine, Strände und der dort nistenden Meeresschildkröten beliebt.

Auch in den benachbarten Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) waren Einwohnern zufolge Erschütterungen zu spüren. Die Hochhäuser dort schwankten Augenzeugen zufolge minutenlang. Viele Menschen hätten deshalb aus Angst ihre Wohnungen verlassen.

Das Beben war das schwerste im Iran seit Februar. Damals waren nach Erdstößen mit einer Stärke von 6,4 auf der Richterskala 600 Menschen ums Leben gekommen. Das Epizentrum lag bei der Stadt Sarand, rund 700 Kilometer südöstlich von Teheran. Im Jahr 2003 starben in der Region um die Stadt Bam 31.000 Menschen. Die Erschütterungen erreichten seinerzeit eine Stärke von 6,8.

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