Black Box ausgewertet: SMS aus der Flash-Air-Maschine

Black Box ausgewertet
SMS aus der Flash-Air-Maschine

Kurz vor dem Absturz des ägyptischen Urlauberflugzeugs der Chartergesellschaft Flash Air ins Rote Meer schienen die Piloten nicht beunruhigt gewesen zu sein. Dafür schickten Passagiere Panik-SMS.

HB PARIS. Die Auswertung der aufgezeichneten Cockpit-Gespräche zeige „keine Panik oder irgendwelche Beunruhigung der Piloten“, sagte ein mit dem Dossier vertrauter Informant des Pariser Wochenblatts „Le Canard Enchainé“. „Das ist wirklich überraschend.“ Die Auswertung des technischen Flugschreibers habe bisher ebenfalls noch keinen Hinweis auf die Unglücksursache gegeben. Die Ermittler gingen aber weiterhin davon aus, dass ein technischer Defekt aufgetreten sei, den die Piloten nicht hätten meistern können.

Die Boeing der Chartergesellschaft Flash Airlines war kurz nach dem Start in Scharm el Scheich am 3. Januar ins Rote Meer gestürzt. Dabei waren alle 148 Insassen - meist französische Urlauber - ums Leben gekommen. Mehrere Passagiere hätten kurz vor dem Absturz SMS- Notrufe an ihre Familien in Frankreich geschickt, sagte Marc Chernet, der Vorsitzende der Vereinigung der Hinterbliebenen der Katastrophe, der Zeitung „La Province“ (Marseille). „Einige Familien haben wenige Minuten nach dem Start SMS von ihren Angehörigen an Bord erhalten, in denen es hieß, dass etwas schief läuft.“ Zuvor schon hatte die Auswertung von Radardaten ergeben, dass das Flugzeug in ungewöhnlicher Weise in Stufen an Höhe gewonnen hatte, bevor es steil nach unten in die Tiefe gestürzt war.

In der Europäischen Union soll es künftig schärfere Sicherheitsprüfungen für Flugzeuge aus Drittstaaten geben. Knapp einen Monat nach dem Absturz einer ägyptischen Chartermaschine soll eine Richtlinie für einheitliche Regeln und Verfahren bei der Überprüfung der Jets auf EU-Flughäfen sorgen.

Unterdessen wurde bekannt, dass das französische U-Boot „Scorpio 2000“ die Suche nach Wrackteilen eingestellt im Roten Meer eingestellt hat. Ein zweites ferngesteuertes U-Boot sei jedoch weiterhin im Einsatz, erklärte ein Vertreter der französischen Botschaft in Kairo am Mittwoch.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%