Blackout in Deutschland abgwehrt
Stromausfall fast in ganz Italien

Nach den Stromausfällen in den USA, Großbritannien und Skandinavien war jetzt Italien dran. Von ihm waren 56 Millionen Italiener betroffen. Sturmschäden an Leitungen in der Schweiz und in Frankreich sollen die Ursache für den Ausfall gewesen sein, so die Stromversorgungsunternehmen. Mehr als 30.000 Zugreisende saßen in ihren Waggons fest, Flüge wurden gestrichen, die U-Bahnen fuhren nicht, viele Menschen mussten auf der Straße übernachten.

HB ROM. Von Mailand bis Palermo stellten die Menschen auf dem „Stiefel“ beim Aufwachen fest, dass nichts mehr ging: Kein Licht, kein Fernseher, kein Internet - in den Bars gab es nicht mal Capuccino. Nur weil es Sonntag war, fiel das große Chaos aus.

Zwar hatten bis zum Abend noch längst nicht alle Menschen in Süditalien wieder Strom, der Zugverkehr lief schleppend an, und auch auf den Flughäfen gab es noch Probleme. „Doch wenn es ein normaler Arbeitstag gewesen wäre, hätte es viele schlimmer ausgesehen“, sagte Guido Bertolaso, Chef des nationalen Zivilschutzes erleichtert.

Im ganzen Land habe es keine Toten und keine Verletzen gegeben, keine Panik und keine Plünderungen. In den meisten Krankenhäusern sei der Notstrom geflossen, in einigen seien dringende Operationen glatt über die Bühne gegangen. „Dank an die Italiener“, berichtete Bertolaso. „Sie haben sich prima verhalten.“ Dabei war das Ausmaß noch größer als vor einigen Wochen in den USA: Dort saßen nämlich „lediglich“ 50 Millionen Menschen im Dunklen.

Versorgung in weiten Teilen wieder hergestellt

Als in „tutta Italia“ um etwa halb vier morgens der Strom wegblieb, lag das Land in tiefem Schlaf. Nur in Rom waren Hunderttausende auf den Beinen, um „notte bianca“ zu feiern, die „weiße Nacht“, in der Discos, Bars und Kinos sowie Museen rund um die Uhr göffnet hatten. Doch als in den Discos die Musik plötzlich stumm war, nahmen die jungen Leute das mit Fassung und feierten auf der Piazza weiter. Bürgermeister Walter Veltroni: „Es bestand zu keiner Zeit eine Gefahr für die Menschen.“

Zwölf Stunden nach dem Blackout war die Stromversorgung in weiten Teilen Norditaliens wieder hergestellt, auch in Rom. In Sizilien und in Kalabrien, in den Regionen um Neapel und um Rom gab es allerdings noch teilweise erhebliche Probleme.

In Rom blieben in der Nacht einige U-Bahn-Züge stecken und die Feuerwehr führte verängstigte Menschen aus den stockdunklen Metro-Stationen ins Freie. Auf dem römischen Bahnhof Termini legten sich Tausende junger Nachtschwärmer zum Schlaf: Einigen blieb später nur übrig, statt mit der Eisenbahn einen Bus nach Hause zu nehmen. 30 000 Menschen „strandeten“ offiziellen Angaben zufolge in Zügen, in Südtirol musste sogar ein Zug aus einem Tunnel geschleppt werden.

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