„Blaschke hat einfach alles“
Twist and Schau

Beatles-Memorabilien, Zeitzeugen und ihre unvergänglichen Songs locken die Fans nach Berlin. Wenn es um die Beatles geht, macht Uwe Blaschke keiner was vor. Der Mann ist Experte. Blaschke sammelt Souvenirs und Dokumente von John, Paul, George und Ringo. „Mit Sammelbildchen aus Wündertüten“ fing es 1964 an. Da war er zwölf Jahre alt.

Heute besitzt er mit über 1 000 Originalen eine der größten Sammlungen in Europa. Vom allerersten Plattenvertrag von 1961 bis zu Nippes wie Pilzkopfperücken ist alles dabei. Damit gehört Blaschkes Sammlung zu den Highlights der zweiten „Beatles Convention“, die vom 18. bis 20. Juli die Fans der Fab Four nach Berlin lockt.

„Blaschke hat einfach alles“, erzählt Organisator Ulf Krüger. Mit seinen guten Kontakten hat er die Berliner Veranstaltung aus dem Stand zu einer Top-Adresse der Beatles-Welt gemacht. Größer ist nur die „Beatles-Week“ in Liverpool. Daneben trifft sich die Fangemeinde in Chicago. Nur: „Die haben 27 Jahre gebraucht, um die Besucherzahl unserer Premiere zu erreichen. Im vergangenen Jahr kamen 10 000 Leute.“

Geschafft haben dies Krüger und Bernhard Kurz vom Berliner Estrel Hotel mit einer liebevoll zusammengestellten Mischung aus Sammlermarkt, Konzerten und Talkshows mit Zeitzeugen. Deren Auftritte sind beim Publikum „besonders beliebt, weil das Erinnerungen aus erster Hand sind.“ Kein Problem. Denn Krüger, ein 56 Jahre altes Hamburger Original mit Musik im Blut, kennt viele Weggefährten der Band. Zum Beispiel Astrid Kirchherr. Sie fotografierte die Flegeljahre der Beatles auf der Reeperbahn. In Berlin präsentiert sie einen neuen, auf 750 Exemplare limitierten Band mit ihren Lieblingsbildern.

Kirchherr nach Berlin zu lotsen, war vergleichsweise einfach. Schließlich ist Krüger ihr Manager. Stolz ist er über die Zusage von Roy Young. Der Pianist war schon eine große Nummer mit weißem Flügel und Dienstwagen, als ihn die Fab Four bei der Eröffnung des Hamburger Starclubs begleiteten. „Später hat ihr Manager Young gefragt, ob er bei den Beatles einstiegen will. Da hat er gesagt: ,Wie komme ich dazu? Ich bin Profimusiker’.“

Allan Williams kennen alle nur als den Manager, „der die Beatles ziehen ließ“. Doch als die Karriere des Quartetts ins Rollen kam, hatte Brian Epstein die Gruppe übernommen. Neben Williams werden in Berlin auch die „Rattles“ aus dem Nähkästchen plaudern. Die „deutschen Beatles“ waren mit dem Original als Vorgruppe auf Tournee.

Die „Rattles“ spielen wie Roy Young ihre alten Hits. Klassiker aus der Feder von Lennon/McCartney stehen im Mittelpunkt eines Bandwettbewerbs, bei Konzerten von Cover-Formationen wie „Lucy in the Sky“ und des Musicals „All you need is Love“.

Neben mehreren Spezial-Sammlungen erwartet den vom Beatles-Virus Infizierten auch eine Auktion. Versteigert wird u.a. Uwe Blaschkes seltene „Twist and shout“-Single. Ein rares Original in einem fälschungsanfälligen Markt. Besonders dreist: „Eine Doppelseite aus einer ,Bravo’ vom April 1981, unterschrieben von allen Beatles.“ Einziger Schönheitsfehler: „John Lennon wurde schon im Dezember 1980 in New York erschossen.“

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