Bleibt Einigung aus, droht ein langwieriges Verfahren
Boris Becker muss erneut vor den Kadi

Der frühere Tennisstar Boris Becker ist von seinem Insolvenzverwalter Hartwig Albers auf 1,5 Millionen Euro plus Zinsen verklagt worden. Der wegen Steuerhinterziehung verurteilte Becker war mit seiner Firma "Sporgate" Pleite gegangen. Die 12. Zivilkammer beim Landgericht München I ordnete ein persönliches Erscheinen Beckers an.

HB MÜNCHEN. Knapp ein Jahr nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung steht der frühere Tennisstar Boris Becker (35) an diesem Donnerstag erneut vor Gericht. Im Zusammenhang mit der Pleite der Becker-Firma Sportgate hat ihn Insolvenzverwalter Hartwig Albers auf Begleichung von 1,5 Millionen Euro Firmenschulden plus Zinsen verklagt.

Das Internet-Portal Sportgate, an dem Becker einen großen Teil der Anteile hielt, hatte im Juni 2001 Insolvenzantrag gestellt. In dem komplizierten Rechtsstreit mit dem Insolvenzverwalter geht es im Kern um die Frage, ob Becker eine so genannte Patronatserklärung abgegeben und damit gegenüber den Gläubigern die Haftung für bestimmte Schulden übernommen hatte. Das Gericht muss klären, ob es sich nur um eine unverbindliche Goodwill-Erklärung von Becker oder um eine rechtsverbindliche Haftungserklärung gehandelt hat.

Für den Fall, dass eine Haftungserklärung vorlag, muss das Gericht prüfen, welchen Inhalt die Erklärung hatte und in welchem Umfang sie Becker zur Schuldenübernahme verpflichtet. Das Gericht hat für diesen Donnerstag zunächst einen Gütetermin angesetzt, um zu klären, ob Becker und Albers sich möglicherweise einigen können. Sollte dies nicht möglich sein, wird gleich in die Hauptverhandlung übergegangen. Dann sei mit einem längeren Verfahren mit komplizierter Beweisaufnahme zu rechnen, sagte eine Gerichtssprecherin.

Im Oktober 2002 hatte das Landgericht München I Becker in einem Aufsehen erregenden Prozess wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem wurde Becker zur Zahlung von insgesamt 500 000 Euro verpflichtet. Mit dem Urteil war Becker nur um ein Haar an einer Haftstrafe vorbeigekommen.

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