Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg
Bombenalarm holt Münchener aus dem Schlaf

Schwabing im Ausnahmezustand: Ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg hat mehr als 2.000 Münchnern um den Schlaf gebracht. Viele mussten die Nacht in Notunterkünften verbringen. Die Bombe kann jederzeit explodieren.
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MünchenIn der Münchner Kultkneipe „Schwabinger 7“ war immer eine Bombenstimmung. Seit Montag ist klar, warum: Die Alt-68er, die sich dort trafen, feierten direkt über einer scharfen 250-Kilo-Bombe. Als sie entdeckt wird, lösen Feuerwehr und Polizei Großalarm aus. 2.500 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen und die Nacht in Notunterkünften verbringen.

„Es ist tatsächlich so, dass jederzeit die Bombe hochgehen kann“, sagt der Feuerwehrsprecher Alexander Purkl. „Das ist natürlich eine hohe Gefahr.“ Deshalb sperren die Einsatzkräfte eine Evakuierungszone rund um den Fundort ab, im Radius von 300 Metern. Mit Lautsprechern ziehen sie stundenlang durch die Straßen, sie klingeln und klopfen an den Türen, holen manche Anwohner sogar aus den Betten - niemand soll im Gefahrenbereich zurückbleiben.

„Sie haben zehn Minuten Zeit, Ihre Sachen zu packen.“ Das bekam Heinrich Selle zu hören, als er gegen 22.00 Uhr nach Hause kam. „Zum Glück bin ich Rentner und muss morgen früh nicht arbeiten“, sagt er, als er Stunden später im Sophie-Scholl-Gymnasium ankommt. „Ich war erst in einer anderen Unterkunft, aber die war voll.“ Das Rote Kreuz stellt in der Schule Betten auf, verteilt Decken und Getränke. Ans Schlafen ist erst einmal nicht zu denken.

Auch Eva Schnitzenbaumer ist hier gestrandet. Doch sie will so schnell wie möglich wieder weg. „Ich werde hier auf keinen Fall schlafen und brauche sofort ein Taxi“, ruft die Anwohnerin. „Ich muss in die Hohenzollernstraße und um 6.00 Uhr aufstehen. Warum kann mir niemand helfen?“

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Entschärfung könnte bis in die Abendstunden dauern

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