Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg

Massenevakuierung in Hannover

Wegen der geplanten Entschärfung von drei Fliegerbomben haben am Sonntag in Hannover 22 000 Bewohner ihre Häuser und Wohnungen verlassen.
Pflegebedürftige werden auf dem Gelände eines Pflegeheims in Hannover für die Evakuierung vorbereitet. Foto: dpa.

Pflegebedürftige werden auf dem Gelände eines Pflegeheims in Hannover für die Evakuierung vorbereitet. Foto: dpa.

HB HANNOVER. Mit der größten Evakuierungsaktion seit dem Zweiten Weltkrieg sollten die Fundstellen bis zum Nachmittag für den Kampfmittelbeseitigungsdienst geräumt sein. Dabei waren fast 1.000 Feuerwehrleute, Polizisten sowie Hilfsorganisationen und Bundeswehrmitarbeiter im Einsatz, wie die Polizei mitteilte.

Die englischen oder amerikanischen Fliegerbomben sind jeweils fünf oder zehn Zentner schwer und wurden am 3. Oktober 1943 über den Stadtteilen Sahlkamp und Vahrenheide abgeworfen. Die vor rund zehn Jahren freigegebenen Luftbildaufnahmen der Alliierten zeigen nach Angaben des Feuerwehrsprechers Alfred Falkenberg, dass noch mehrere 100 Blindgänger inzwischen seit 63 Jahren unter der Erde in Hannover liegen. „Hannover wurde im Krieg zu 90 Prozent zerstört“, sagte er.

Zwei der Bomben, die am Sonntag entschärft oder gesprengt werden sollten, liegen unter Grünflächen und die dritte auf einem Privatgrundstück drei Meter vor einem Einfamilienhaus. Die von der Evakuierung Betroffenen verhielten sich sehr diszipliniert, sagte ein Polizeisprecher. Die weitaus meisten verließen bereits zu Beginn der Aktion ab 09.00 Uhr ihre Wohnungen und Häuser. Für sie standen zwei Schulen zur Verfügung.

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