Blitz tötet Camper - Unwetter in Italien
Hitze lässt Fische sterben

Die extreme Trockenheit setzt der Natur und den Menschen in Europa weiter kräftig zu. Hunderte Fische sind in den warmen Gewässern bereits erstickt. In Deutschland ist mindestens ein Mensch ertrunken, und in Frankreich wüten Brände.

HB/dpa HAMBURG. Städte und Gemeinden klagen über hohe Kosten für die Bewässerung der Grünflächen. Bei Gewittern starb unterdessen mindestens ein Mensch in Deutschland. In weiten Teilen Norditaliens setzten schwere Regenfälle und Hagelschauer Straßen unter Wasser. Frankreichs Feuerwehren verbuchten am Donnerstag Erfolge im Kampf gegen die grassierenden Brände. Ein Ende der Trockenheit ist aber nicht in Sicht.

Die Fische brauchen nach Angaben von Thorsten Schmidt vom Deutschen Tierschutzbund in den nächsten Wochen über einen längeren Zeitraum Regen. In Hamburg wurden wegen Sauerstoffmangels an der Elbe bereits 240 tote Fische entdeckt. Vor allem aber viele kleine Flüsse und Seen würden wegen des Sauerstoffmangels zu einer tödlichen Falle für die Tiere, sagte Schmidt: „Die Hitzewelle hat vor allem für Bachforellen, Bitterlinge und Schleien den Lebensraum gefährlich verkleinert.“ Das Algenwachstum sei in den vergangenen Wochen stark gestiegen.

Für die Bewässerung ihrer Grünanlagen müssen Städte und Gemeinden einer dpa-Umfrage zufolge bis zum Dreifachen der sonst üblichen Wassermenge aufbringen. Auch das Personal für die Grünpflege mussten viele Kommunen entsprechend aufstocken. In Saarbrücken und Trier klagten Sprecher der Stadt über schmelzende Straßenbeläge. Das trockene Wetter treibt wegen gestiegener Getreidepreise nach Angaben des Verbands Deutscher Mühlen in Bonn möglicherweise auch die Preise für Brot und andere Backwaren in die Höhe.

Andere Städte sehen die Hitze hingegen vor allem von der positiven Seite: „Die Schwimmbäder haben jetzt schon die Einnahmen vom vergangenen Jahr“, sagte eine Sprecherin der Stadt Kaiserslautern.

Bei einem Gewitter auf der Insel Rügen hat ein Blitz einen Camper getötet und einen weiteren schwer verletzt. Der Blitz hatte auf einem Zeltplatz zuerst einen Baum und dann den Regenschirm der beiden Männer getroffen.

Auch Italien bleibt weitergehend fest im Griff von Hitze und Dürre. In vielen Städten war es erneut weit über 35 Grad heiß, hinzu kam eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit. In der Region um Mailand und bei Turin sowie in Venetien wurden Straßen nach starken Unwettern überschwemmt. „Die Hagelschauer drohen die Ernteausfälle für die Bauern eher noch zu verstärken“, hieß es im staatlichen Fernsehen. In Spanien melden Meteorologen ein Wetter wie in den Tropen. Die Schwüle mit etwa 36 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von bis zu 75 Prozent sei für viele Menschen nur schwer zu ertragen, sagte ein Klima-Experte der Universität Valencia.

In Frankreich forderte Justizminister Dominique Perben die Staatsanwälte auf, gegen Brandstifter härter vorzugehen. Die seit Wochen andauernden Waldbrände konnten ein wenig eingedämmt werden. „Es entwickelt sich in die richtige Richtung, auch wenn es immer noch möglich ist, dass das Feuer überspringt oder neu ausbricht“, sagte ein Feuerwehrmann. In der Schweiz haben zehn Kantone das traditionelle Feuerwerk zum Nationalfeiertag am 1. August aus Angst vor Feuern verboten.

Ein Ende der Dürreperiode ist nach Einschätzung von Meteorologen noch nicht absehbar. Zwar bringe ein Tief in den kommenden Tagen Wolken, Schauer und Gewitter nach Deutschland. Am Sonntag kann es jedoch schon wieder 32 Grad heiß werden. Der Niederschlag reiche nicht aus, um die Trockenheit zu beenden, sagte der Offenbacher Meteorologe Michael Knobelsdorf am Donnerstag.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%