Blitzeis
Frankfurter Flughafen in Winterstarre

Starker Eisregen hat den Flugbetrieb in Frankfurt komplett lahmgelegt. Die Maschinen können seit dem Nachmittag weder abheben noch landen. Auch am Montag werde es noch erhebliche Probleme geben, so Fraport.
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Stuttgart/FrankfurtNach der Einstellung des Betriebs am Frankfurter Flughafen am Sonntagnachmittag wegen Eisregens hat es am Abend wieder vereinzelte Flüge gegeben. „Landungen sind nur maximal zehn pro Stunde möglich“, sagte ein Sprecher. „Die ersten Starts stehen unmittelbar bevor.“ Um 23.00 Uhr sollte allerdings das reguläre Nachtflugverbot beginnen. Selbst im Falle genehmigter Ausnahmen bis Mitternacht könnten bei weitem nicht alle gestoppten Maschinen starten und landen. „Es wird mit Sicherheit auch am Montag noch erhebliche Probleme geben“, ergänzte der Sprecher. „So viel Eis haben wir noch nicht auf den Flugzeugen gesehen. Das war extrem.“

Der Flughafen in Frankfurt am Main verharrte seit Sonntagnachmittag in Winterstarre. Überfrierender Regen hat die Rollbahnen mit Blitzeis überzogen, um 16.20 landete die letzte Maschine, danach stellte der Airport den Flugbetrieb ein. Tausende Passagiere füllen die Terminals, im Ankunftsbereich warten zahllose Abholer auf Familie und Freunde. "Wir werden uns jetzt schon zwei Lager für die Nacht sichern", sagt am frühen Abend ein junges Pärchen mit Flugziel Tokio. In Terminal 2 stehen für gestrandete Reisende 300 Feldbetten bereit.

Den am Sonntag für 13.25 Uhr geplanten Flug nach Tokio annullierte Lufthansa bereits am Mittag. Spät am Abend könnte noch mal eine Maschine Richtung Japans Hauptstadt starten - aber das ist ganz ungewiss. "Annulliert" oder "umgeleitet" notieren in den Ankunftshallen die Anzeigetafeln für sämtliche Flüge. Mit einer Ausnahme: Um 18.20 Uhr landet ein Jet aus dem südkoreanischen Seoul. "Das dürfte ein medizinischer Notfall gewesen sein", kommentierte ein gestresster Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport.

Weil keine Maschine startete, durfte im Umkehrschluss auch keine mehr landen. "Wir haben keine Parkpositionen mehr frei", erklärte der Fraport-Sprecher noch am frühen Abend. Und selbst wenn auf dem Vorfeld die Rollbahnen startklar wären - die Jets sind es nicht. Der auf der Außenhaut jeder stehenden Maschine sofort gefrierende Regen erfordert vor dem Abheben eine Enteisung des Flugzeugs. Und das geht nur dan wenn der Niederschlag aufhört.

Mehr als alle Streiks der Lotsen und Flugbegleiter, bei denen in der Vergangenheit Fraport und Airlines stets einen ziemlich effektiven Notbetrieb aufrechterhalten konnten, zwingt die Natur das größte deutsche Luftverkehrsdrehkreuz ganz in die Knie. Mit einem "größeren zweistelligen Millionenbetrag" habe Fraport seinen Winterdienst noch mal verbessert, hatte Unternehmenschef Stefan Schulte im November froh erklärt. Über 1.100 Fachkräfte für den Räum- und Enteisungsdienst könne der Flughafenbetreiber bei Bedarf nun aufs Vorfeld schicken, sagte Schulte.

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