Blüten werden immer perfekter
Mehr Falschgeld im Umlauf

In Deutschland und Europa kursieren immer mehr Blüten: Im zweiten Halbjahr 2003 wurden ein Drittel mehr Geldscheine konfisziert als im Vorjahreszeitraum. Besonders falsche Zwanziger tauchen vermehrt auf.

HB BERLIN. In Europa kommen immer mehr falsche Euro-Scheine in Umlauf. Laut einer Übersicht der Europäischen Zentralbank wurden allein zweiten Halbjahr 2003 insgesamt 311.925 so genannte Blüten entdeckt. Damit sei die Menge gefälschter Geldscheine verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 30 Prozent gestiegen. Vor der Gefahr, an Falschgeld zu geraten, sind nach Auskunft des Bundes Deutscher Kriminalbeamten (BDK) Bankkunden auch an Geldautomaten nicht gefeit.

Uwe Dolata vom BDK-Landesverband Bayern sagte der «Bild am Sonntag» (BamS), dass Geld für die Automaten zwar normalerweise von den Landeszentralbanken geliefert werde. Mitunter warteten die Geldinstitute diese Lieferungen aber nicht ab, sondern bestückten die Automaten mit Euro-Noten, die in der Bank getauscht wurden.

«Die Fälschungen, die im Moment in Umlauf sind, sind so perfekt, dass selbst Banker nicht zwischen echt und gefälscht unterscheiden können», erklärte Dolata. Die BamS berichtete unter Berufung auf die Bundesbank, dass allein die deutschen Landeskriminalämter im vergangenen Jahr Falschgeld im Nennwert von 3,4 Millionen Euro sichergestellt hätten.

Mittlerweile würden mehr Geldscheine gefälscht als zu D-Mark-Zeiten. So sind im Jahr 2001 nach Bundesbank-Angaben rund 30.000 falsche D-Mark-Scheine entdeckt worden. Im vergangenen Jahr seien schon 50.000 Euro-Blüten konfisziert worden. Am häufigsten würden 50-Euro-Scheine gefälscht, gefolgt von den Hundertern, schreibt die BamS. Neuerdings tauchten aber immer häufiger auch falsche 20-Euro-Scheine auf.

Grund seien die Vorsichtsmaßnahmen des Handels, der Scheine mit dreistelligen Euro-Beträgen oft nicht mehr annehme, um sich vor Blüten zu schützen. Viele Einzelhändler haben dem Bericht zufolge außerdem ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Sich gegen Falschgeld jederzeit zu schützen, ist laut BamS so gut wie unmöglich. Nur die Testgeräte in Landeszentralbanken und bei der Bundesbank seien zu 100 Prozent sicher. Die an Tankstellen oder in Supermärkten verwendeten Geräte könnten dagegen fehlerhafte Ergebnisse liefern.

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