Blutbad
Serbischer Gastarbeiter erschießt neun Menschen

Ein serbischer Gastarbeiter hat beim Urlaub in seinem Heimatdorf am Freitagabend ein Blutbad angerichtet und neun Menschen erschossen. Nach einem Streit mit seiner Ehefrau habe der 39-Jährige in dem Dorf Jabukovac 200 Kilometer südöstlich von Belgrad mit seinem Jagdgewehr wahllos auf Passanten geschossen, berichtete die Polizei am Samstag.

HB BELGRAD. Neun Menschen starben, zwei weitere wurden schwer verletzt. Innenminister Dragan Jocic sprach von einem „Drama“, das außerhalb jeder Rationalität liege. „Nikola hat mir aus heiterem Himmel mit der Faust ins Gesicht geschlagen und mit den Schuhen auf meinen Kopf eingedroschen“, berichtete die Frau des Täters später der Polizei. Sie habe fliehen wollen, sei aber hingefallen und habe sich tot gestellt, beschrieb sie die Szene. Erst am Tag zuvor war die Frau, die mit ihrem Mann seit Jahren in Österreich gelebt hatte, mit ihren 12- und 13-jährigen Kindern wie jedes Jahr zum Urlaub ins Dorf gekommen.

„Niemals zuvor hat er mich geschlagen“, versicherte die Frau weiter. Sie könne sich das Verhalten ihres Mannes nicht erklären. Demgegenüber beschrieben Nachbarn den Täter als aggressiv und leicht reizbar. Möglicherweise habe er sich auch darüber aufgeregt, dass andere Dorfbewohner ihm nicht beim Löschen eines Waldbrandes auf seinem Grundstück helfen wollten, wurde spekuliert.

Unter den Erschossenen sind vier Frauen und fünf Männer im Alter zwischen 15 und 62 Jahren. Sie wurden mit einer Jagdwaffe getötet, für die der Täter einen gültigen Waffenschein besaß. Die beiden Schwerverletzten wurden ins Krankenhaus gebracht und sind nach Angaben der Ärzte außer Lebensgefahr. Die Polizei rückte mit einer Antiterroreinheit aus, um den geflüchteten Mann zu verhaften. Der richtete das Gewehr zunächst auf sich selbst, ließ sich aber dann ohne Widerstand auf dem Dorffriedhof festnehmen, erläuterten die Behörden weiter. Der Täter sei verletzt, aber nicht in Lebensgefahr, und werde ebenfalls im Krankenhaus behandelt. Es handele sich um das schlimmste Massaker in Friedenszeiten in Serbien, hieß es.

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