Blutbad
Sieben Tote bei Amoklauf in Seattle

Ein Bewaffneter hat in einem Haus in Seattle bei einer Party ein Blutbad angerichtet und sechs junge Menschen erschossen, bevor er sich selbst das Leben nahm. Das Motiv für die Tat war zunächst völlig unklar.

HB SEATTLE. Von zwei Verletzten befand sich nach Angaben der Behörden einer noch in einem lebensbedrohlichen Zustand. „Das ist eines der größten Verbrechen, das die Stadt je gesehen hat“, sagte Polizeichef Gil Kerlikowske. Der schwarz gekleidete und schwer bewaffnete Täter ging nach Polizeiangaben durch das Haus und gab wiederholt Schüsse ab. Dabei tötete er vier Männer und zwei Frauen.

Im oberen Stockwerk versuchte er, in ein verschlossenes Badezimmer einzudringen, in das sich ein Paar geflüchtet hatte. Er schoss schließlich durch die Tür, traf das Paar aber nicht. Insgesamt gab der Täter dutzende Schüsse ab. In dem Haus hielten sich rund 20 Partygänger auf, alle waren Jugendliche oder junge Erwachsene bis Mitte 20. Die Opfer lagen in mehreren Räumen.

Der Täter wurde als Einheimischer Ende 20 beschrieben. In seinem Wagen, den er etwa einen halben Block entfernt geparkt hatte, wurden weitere Waffen gefunden. Auf dem Weg zu dem Haus sprühte er drei Mal das Wort „NOW“ (Jetzt) in oranger Farbe auf den Bürgersteig und auf die Treppenstufen eines Nachbarhauses.

„Diese Art von Waffengewalt ist extrem ungewöhnlich für Seattle und dieses Viertel“, erklärte Bürgermeister Greg Nickels. Ein Nachbar, der 59-jährige William Lowe, berichtete, er habe sechs Schüsse gehört. Dann habe er gesehen, wie Leute aus dem Haus gegenüber gestürzt seien. Dann sei ein in Schwarz gekleideter Mann mit einem Gewehr herausgekommen. Als ein Polizist ihm befohlen habe, die Waffe niederzulegen, habe er den Lauf in den Mund gehalten und abgedrückt.

Die Polizisten vernahmen rund 20 Zeugen aus der Nachbarschaft. Polizeisprecherin Deanna Nollette sagte, mehrere der Personen in dem Haus seien von einer anderen Party gekommen und hätten dann dort weitergefeiert. Der mutmaßliche Täter sei schon vorher einmal dort gewesen und dann wieder zurückgekehrt. Experten der Mordkommission nahmen die Ermittlungen auf. Am Abend versammelten sich junge Leute in der Nähe des Hauses und entzündeten Kerzen für die Opfer.

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