Blutspuren
Fall Madeleine: Eltern werden zu Verdächtigen

Vier Monate nach dem Verschwinden der kleinen Madeleine an der Algarve sind ihre Eltern offiziell unter Verdacht geraten. Nach der Mutter Kate McCann erklärten die portugiesische Polizei auch ihren Mann Gerry McCann offiziell zum Verdächtigen in dem Aufsehen erregenden Fall.

HB LISSABON. Die Eltern der verschwundenen Madeleine, die jetzt beide offiziell unter Verdacht stehen, müssen nach Medienberichten bald vor einem Ermittlungsrichter aussagen. Dieser könne weitere rechtliche Schritte gegen Kate und Gerry McCann anordnen, berichtete die portugiesische Zeitung „Público“ am Samstag. Nach Angaben des britischen Fernsehsenders Sky News könnte bereits am Montag über eine Anklage gegen die beiden 39 Jahre alten britischen Ärzte entschieden werden.

Derweil haben die McCanns nach Angaben von Familienmitgliedern einen „Handel“ mit der Polizei abgelehnt. Die Ermittler hätten Kate McCann Garantien für eine maximal zweijährige Gefängnisstrafe angeboten, wenn sie ein Geständnis ablege, sagte Gerry McCanns Schwester dem britischen TV-Sender ITV. „Sie haben versucht, sie zu einem Geständnis zu bringen, wonach sie Madeleine versehentlich getötet hat“, sagte Philomena McCann. Sie solle auch zugeben, die Leiche des Kindes versteckt und später beseitigt zu haben.

Laut „Público“ haben die Eltern während ihrer Vernehmungen zu rund 40 Fragen der Kriminalpolizei die Aussage verweigert. Dabei sei es vor allem um mögliche Spuren von Leichengeruch an Kleidern von Madeleine und Kate McCann sowie an dem Plüschtier des Mädchens und um Blutspuren in dem Leihwagen der Eltern gegangen. Die Polizei selbst hat bisher noch keinerlei Angaben zu ihrem Verdacht gegen Madeleines Eltern gemacht.

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