Bluttat in Berlin
Mutmaßlicher Amokläufer entschuldigt sich

Vier Tage nach dem Amoklauf in Berlin hat sich der 16 Jahre alte Tatverdächtige entschuldigt und damit die Bluttat indirekt eingeräumt.

HB BERLIN. „Im Namen meines Mandanten spreche ich allen Opfern und ihren Angehörigen eine Entschuldigung aus“, zitierte der Rundfunk Berlin Brandenburg den Anwalt des 16-jährigen Schülers am Dienstagabend. „Mein Mandant bedauert die ihm zur Last gelegte Tat außerordentlich und bittet, ihm zu verzeihen.“ In drei Vernehmungen hatte der Jugendliche nach Polizeiangaben die Vorwürfe zurückgewiesen.

Dem in Untersuchungshaft sitzenden Hauptschüler wird versuchter Mord in 24 Fällen und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Er soll am Freitagabend am Rande der Feiern zur Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofs 41 Menschen durch Messerstiche oder Schläge verletzt haben. In den Vernehmungen hat er nach Polizeiangaben erklärt, er sei so stark betrunken gewesen, dass er sich nicht mehr erinnern könne.

Am Dienstag hatte die Generalstaatsanwaltschaft mitgeteilt, der 16-Jährige sei stark, aber nicht extrem betrunken gewesen. Der Promille-Wert der ersten Blutprobe „legt eine deutliche, aber nicht extrem hohe Alkoholisierung nahe“, erklärte Staatsanwalt Michael Grunwald. Wie sich der Blutalkoholwert bei dem Beschuldigten zur Tatzeit ausgewirkt habe, könne erst nach einem Gutachten gesagt werde. Dabei würden unter anderem das Körpergewicht des 16-Jährigen sowie dessen Trinkgewohnheiten berücksichtigt und wann er was gegessen habe.

Die Zahl der Opfer erhöhte sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft gegenüber früheren Angaben auf 41. Insgesamt 33 von ihnen hätten Schnitt- und Stichverletzungen erlitten, die übrigen seien geschlagen worden. In der Berliner Charite wurden nach Angaben einer Kliniksprecherin weiter zwei Opfer stationär behandelt. Ein Verletzter habe am Dienstag entlassen werden können.

Wie die Sprecherin weiter erklärte, meldeten sich in der Universitätsklinik auch weitere Personen aus Furcht vor einer Ansteckung mit dem Aids-Erreger. Es seien aber keine weiteren Personen in vorsorgliche Behandlung genommen worden. Eines der ersten Opfer war mit dem Erreger infiziert. Daher werden nun 37 Menschen vorbeugend gegen eine Infektion mit dem Aids-Erreger behandelt. Eine Übertragung des Virus in diesem Fall war von Medizinern der Charite jedoch als unwahrscheinlich bezeichnet worden.

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