Boeing 737
Russland trauert um Opfer von Flugzeugabsturz

Nach der Flugzeugkatastrophe in Russland suchen die Behörden nach Ursachen. Der Absturz wirft Fragen über sichere Transportbedingungen im Gastgeberland der kommenden Olympischen Winterspiele auf.
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MoskauDer verheerende Absturz einer Passagiermaschine in Russland mit 50 Toten geht nach ersten Ermittlungen auf einen Pilotenfehler oder technisches Versagen des Flugzeugs zurück. „Die Piloten haben während des Anflugs mitgeteilt, sie seien nicht zur Landung bereit“, sagte Fluglotse Kirill Kornischin vom Flughafen der Wolga-Stadt Kasan am Montag. Aufschluss erhoffen sich die Ermittler von den Flugschreibern, die stark beschädigt seien. „Die Durchsage deutet auf eine Panne hin“, sagte ein Mitglied der Rettungskräfte.

Die aus Moskau kommende Boeing 737 der Tatarstan Airlines sei plötzlich auf die Landebahn geprallt und explodiert. 44 Passagiere und 6 Crewmitglieder kamen ums Leben. Zahlreiche Trauernde legten am Tag nach der Tragödie am Flughafen der Stadt rund 800 Kilometer östlich von Moskau rote Nelken nieder oder stellten Kerzen auf.

Unter den Opfern seien auch eine Frau aus Großbritannien sowie zwei Kinder, teilten die Behörden der islamisch geprägten ölreichen Teilrepublik Tatarstan mit. Präsident Wladimir Putin übermittelte Republikchef Rustam Minnichanow, der bei dem Absturz einen Sohn verloren hatte, in einem Telefonat persönlich sein Beileid. Auch der örtliche Geheimdienstchef war ums Leben gekommen. Die Regierung sagte den Hinterbliebenen der Opfer jeweils 75 000 Euro Schmerzensgeld zu.

Der Luftsicherheitsbehörde zufolge hatten beide Piloten mehr als 20 Jahre Flugerfahrung. Die 23 Jahre alte Boeing hatte laut Medien sieben Vorbesitzer, darunter eine Airline in Afrika, und bereits 2001 in Brasilien einen Unfall. Das Flugzeug habe bei einer Untersuchung 2012 aber keine Mängel gezeigt, teilte die Sicherheitsbehörde mit.

Kasan gilt als Zentrum des russischen Islam und ist nach Moskau und St. Petersburg eines der beliebtesten Reiseziele in Russland. 2015 trägt die Millionenstadt die Schwimmweltmeisterschaft aus, 2018 ist die Stadt ein Spielort der Fußball-WM.

Das Unglück wirft auch ein Schlaglicht auf die unsicheren Transportbedingungen allgemein im Ausrichterland der Olympischen Winterspiele im Februar 2014 in Sotschi.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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