Bombay von Außenwelt abgeschnitten
Indien befürchtet Tausende Tote durch Monsun-Regen

Durch den stärksten Monsun-Regen in der Geschichte West-Indiens könnten nach Einschätzung der Behörden bis zu 1000 Menschen ums Leben gekommen sein. Im Bundesstaat Maharashtra werden immer mehr Leichen geborgen.

HB NEU DELHI. Der Regen hörte am Sonntagnachmittag auf. Die Behörden riefen die Bewohner Bombays aber dazu auf, nur in dringenden Fällen ihre Häuser zu verlassen. Schwerer Regen in der Nacht zuvor hatte erneut Teile der Stadt überflutet und das öffentliche Leben weitgehend lahm gelegt. Meteorologen sagten für die Region in den kommenden Tagen erneut schwere bis sehr schwere Niederschläge voraus. In der Stadt kam es zu Engpässen bei der Versorgung mit Strom, Essen und Trinkwasser.

Viele Läden bekamen keinen Nachschub geliefert. Die Schulen in Bombay sollten zunächst bis Dienstag geschlossen bleiben. Fernverbindungen der Bahn wurden gestrichen. Am Sonntag musste vorübergehend auch der Flugverkehr eingestellt werden. Die Luftfahrtbehörde riet, von Bombay-Besuchen abzusehen. Seit Beginn des Monsuns Ende Juni sind in Indien insgesamt knapp 1200 Menschen ums Leben gekommen.

Bei heftigem Regen kam am Samstag ein Flugzeug von der überfluteten Landebahn des Airports in Bombay ab. Die 335 Passagiere der Boeing 747-400 der Air India blieben unverletzt. Nach dem Zwischenfall mussten zahlreiche Flüge verschoben werden. Landebahnen wurden auf ihre Sicherheit überprüft. Die Maschine kam aus der südindischen Stadt Bangalore und sollte über Frankfurt weiter nach Chicago fliegen. Die Zeitung „Hindustan Times“ berichtete, nur wenige Stunden zuvor habe sich ein Pilot über Aquaplaning auf der Piste beschwert gehabt. Die Flughafenbehörden hätten weiteren Maschinen trotzdem die Erlaubnis zur Landung dort gegeben.

Nach einem Monsun-Sturm im Golf von Bengalen wurden am Sonntag 36 Fischer aus Bangladesch vermisst. Rettungskräfte bargen 29 Überlebende von Fischerbooten, bevor diese knapp 100 Kilometer vor der Küste des Landes sanken. Mehrere der Überlebenden seien in Krankenhäuser gebracht worden, teilte eine Fischereivereinigung in der Küstenstadt Patuakhali mit. Die Fischer sollen Sturmwarnungen für den Golf von Bengalen ignoriert haben.

Bombay war in der vergangenen Woche wegen heftiger Regenfälle zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Der Monsun in Indien hat Ende Juni begonnen und dauert bis Anfang September.

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