Bombenanschläge in Boston
Der Terror ist zurück

Ein Doppelanschlag erschüttert Amerika: Bei zwei Explosionen am Rande des Boston Marathons wurden drei Menschen getötet, darunter ein Kind, und mindestens 140 verletzt. Erst allmählich zeigt sich das Ausmaß der Tat.

BostonEs sollte ein fröhlicher Tag werden in Boston. Ein Feiertag, an dem die ganze Stadt bei Frühlingswetter auf den Beinen ist, um den ältesten und berühmtesten Marathonlauf der Welt zu sehen. Stattdessen wird der gestrige Patriots` Day als einer der dunkelsten Tage in die Stadtgeschichte eingehen.

Bei zwei kurz hintereinander folgenden Bombenanschlägen entlang der Marathon-Strecke wurden am Montagnachmittag drei Menschen getötet, darunter ein achtjähriger Junge. Mindestens 140 wurden zum Teil schwer verletzt, wie die Behörden mitteilten. Deutsche seien nicht dabei. „Ich sah Menschen buchstäblich durch die Luft fliegen“, sagte eine Augenzeugin im Nachrichtensender CNN. Eine Läuferin sagte: „Es klang wie ein Überschallknall. Ich zittere immer noch.“

Bislang schweigen die Ermittler über die Hintergründe der Tat. Waren es Anhänger des Terrornetzwerks Al Kaida aus dem Ausland? Oder ein einheimischer Einzeltäter? Mittlerweile gibt es die Vermutung, dass es sich entweder um den Angriff von einheimischen Radikalen handeln könnte, die die Macht des Staates zurückdrängen wollen. Experten diskutieren aber auch eine Verbindung zu islamischen Extremisten diskutiert.

Nach den Anschlägen bleiben die Geschäftsstraßen in unmittelbarer Umgebung der beiden Detonationen abgesperrt. Die Polizeipräsenz und Sicherheitskontrollen in der Stadt wurden verstärkt.

Noch nicht einmal das Wort „Terroranschlag“ wollen sie in den Mund nehmen – zu sehr achten sie darauf, dass es nicht zu falschen Verdächtigungen kommt. Inoffiziell allerdings, so heißt es, stuft das Weiße Haus die Tat längst als „Terrorakt“ ein.

Vielen kamen denn auch am Montag unweigerlich die Attacken vom 11. September 2001 in Erinnerung. Die Ereignisse in Boston sind die ersten tödlichen Anschläge seither auf amerikanischem Boden, neben dem Amoklauf im Armee-Stützpunkt Fort Hood in Texas im Jahr 2009.

Jetzt ist der Terror zurück. US-Präsident Barack Obama sprach bei einer kurzen Rede im Weißen Haus von einer „Tragödie“. „Wir finden heraus, wer das war“, sagte Obama. Und er versprach: „Wir werden sie zur Rechenschaft ziehen“.

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